DRESCHER – Metal meets Mundart

Drescher Albumcover
QUELLE» rosenheim rocks

Wiener Neustadt – Die härteste Volksmusik, die du je gehört hast! So bringt die österreichische Combo DRESCHER ihren prägnant als „Dreschmetal“ bezeichneten Musikstil auf den Punkt. Die phonetische Ähnlichkeit mit Thrash Metal kommt dabei nicht von ungefähr, wie dass Album „Erntezeit“ eindrucksvoll beweist. Denn das am 13. März nun auch offiziell in Deutschland erscheinende Debüt der fünf Wiener Neustädter (in Österreich ist es bereits seit letztem Jahr erhältlich) strotzt nur so vor schwermetallischen Riffs und Doublebass-Salven, die mit Akkordeon-Melodien und grundehrlichen Mundart-Texten zu einem gänzlich eigenständigen Mix verschmelzen – sozusagen ein Hybrid aus Hubert von Goisern und Metallica oder schlicht Volksmetal, ganz ohne klischeehafte Trachten-Gemütlichkeit. Ab 20. März geht es auf Tour mit SVBWAY TO SALLY.

So frisch und neu der Crossover-Sound mit österreichischem Dialekt auch klingt, sind die Gründer von DRESCHER jedoch alles andere als Newcomer im Musikgeschäft. Bernd Wograndl und Gernot Engel, beide Mitte Vierzig, machen bereits seit den 1990ern in Projekten wie Endocrane, Paranoid Agony oder Bleeed gemeinsam Musik in der Tradition ihrer Helden von Slayer und Metallica – allerdings weitgehend unbeachtet von der breiten Öffentlichkeit. „Wenn du 20 Jahre Songs schreibst, die die Welt nicht braucht, fragst du dich irgendwann: So, hör ich jetzt auf oder probiere ich es noch einmal – richtig gscheit und mit viel Theater?“, erinnert sich Leadgitarrist Gernot Engel in einem österreichischen Interview. Engel und Wograndl entscheiden sich für einen weiteren Versuch, scharen mit dem erfahrenen Schlagzeuger Sigi Meier (unter anderem Drahdiwaberl), Bassist Roland Engel und dem aus Serbien stammenden Akkordeonspieler Filip Rado eine illustre Truppe um sich und entwickeln gemeinsam den ganz eigenen DRESCHER-Sound aus ursprünglicher Volksmusik, harten Metal-Riffs und herrlich direkten, aus dem wahren Leben gegriffenen Mundart-Texten.

Mit dem Erstling „Erntezeit“ legt der Fünfer jetzt das beeindruckende Ergebnis der gemeinsamen Tüftelei vor. Produziert von Toni „Meloni“ Loitsch, der unter anderem schon mit den Toten Hosen und In Extremo gearbeitet hat, präsentiert das Debüt zehn krachende Dreschmetal-Hymnen vom Feinsten, die sich mit ihrer außergewöhnlichen Metal-Mundart-Melange melodisch ins Gehirn brennen. Die Texte drehen sich dabei um so unterschiedliche Themen wie das ewige Spiel der Liebe („First Blood“), den ganz normalen Castingshow-Wahnsinn („5 Minuten Ruhm“), die sexuelle Revolution alleine vorm Computer („Ois wos ma föht“) oder liefern die musikalische Bedienungsanleitung zum Beenden von Beziehungen („Danke für nix“). Den krönenden Abschluss bildet die Iron Maiden-Hommage „Geheiligt werde Dein Name“ – die wohl österreichischste Version von „Hallowed Be Thy Name“.

Dass DRESCHER auch live ordentlich für Stimmung sorgen, zeigen die fünf Österreicher bereits eine Woche nach dem Release von „Erntezeit“ auf der gemeinsamen Deutschland-Tour mit Subway To Sally sowie im August auf dem Summer Breeze Festival.