ROMN – große Gefühle treffen auf kleine Details

ROMN, das sind Dominik (24), Yannis (22) und Patrick (22) – drei Jungs, die aus ihrem Proberaum in der Südpfalz nun zum großen Wurf in die weite Welt ansetzen; mit einem Sound, der die Dualität atmet: Tiefe Bässe treffen auf hohe Erwartungen, große Gefühle auf kleine Details, intime Innenansichten auf weitschweifende Soundscapes. Mit ihrer Debüt-EP »MMXV« (VÖ: 03.07.) und Tracks zwischen verwinkeltem Indietronica und geradlinigem Pop setzen ROMN ein erstes laustarkes Ausrufezeichen, das ihren Bandnamen tief in die verursachte Gänsehaut brennt und bereits die Richtung vorgibt, die das Trio einzuschlagen gedenkt: nach oben.

Ursprünglich haben die drei Jungs in drei verschiedenen Bands gespielt, doch man kannte sich bereits. Die Musikszene der südpfälzischen Provinz ist überschaubar. Doch als Dominik, Yannis und Patrick zum ersten Mal gemeinsam mit musikalischen Ideen jonglierten, war klar: Das ist kein Zufall, sondern Schicksal. Es klickte sofort. Ihre ähnliche Vorstellung von Instrumentierung, Melodieführung und Atmosphäre einte sie auf Anhieb – und diese Kohärenz hört man »MMXV« deutlich an.

Man nehme nur mal die erste Single »Collide«, die mit ihrer Mischung aus Field Recordings und selbst aufgenommenen Samples zutiefst besonders klingt, mit dem treibenden Beat und der fesselnden Hook aber gleichzeitig eingängig ist bis ins Mark. Oder das tolle »Traveller«, bei dem Text und Ton um Tiefe wetteifern, bis man darin fast zu ertrinken droht, weil man statt Luft nur noch Fernweh, Melancholie und Glückseligkeit atmet. »Kissing The Fist« wiederum besticht vor allem durch seine Andersartigkeit; durch die Diversität im Soundbild, die mit ihrer zittrigen Verlorenheit um einen herumschleicht wie eine ausgehungerte Hyäne. Und dann ist da noch »Cause You Care«, der (un-)heimliche Hit der EP, der mit seinem bedrohlichen Bass, dem tröpfelnden Beat und der zerbrechlichen Hook eine Atmosphäre kreiert, die einen zärtlich in den Würgegriff nimmt.

So ist ROMN mit »MMXV« ein beeindruckendes erstes Lebenszeichen geglückt, das nicht nur die Herzfrequenz freudig in die Höhe treibt, sondern auch die Erwartungshaltung hinsichtlich eines hoffentlich bald erscheinenden Debütalbums. Aber das kommt dann wohl doch erst »MMXVI«.