Samsas Traum – ein thematisch schwieriger Quantensprung

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Seit nunmehr 19 Jahren konfrontieren uns Samsas Traum mit außergewöhnlicher Musik und interessanten Texten. Die Band um den kontrovers diskutierten und charismatischen Frontmann Alexander Kaschte hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten in jeder erdenklichen Stilrichtung ausgetobt und gehört zu den letzten deutschen Formationen, die in einer an Belang- und Einfallslosigkeit verendenden Musiklandschaft noch zu überraschen wissen – sowohl qualitativ als auch inhaltlich.

„Poesie: Friedrichs Geschichte“ (VÖ: 02.10.) ist eine solche Überraschung: ein thematisch schwieriger Quantensprung, der bombastischer als je zuvor und gerade deshalb kompromisslos nach Samsas Traum klingt, eine Stunde Klangkunst, die man so schnell nicht vergisst. Wie es der Titel bereits verrät: Erzählt wird die Geschichte Friedrichs, die Geschichte eines in der Zeit des Nationalsozialismus aufwachsenden Jungen, dessen große Leidenschaft das Schreiben von Gedichten ist. Von seinem Umfeld als verhaltensgestört, von den Ärzten als schizophren eingestuft, ereilt ihn das Schicksal unzähliger anderer behinderter und psychisch kranker Menschen – sein Leben wird im Namen der Euthanasie in der NS-Tötungsanstalt Hadamar auf schrecklichste Weise beendet.

Mit „Poesie: Friedrichs Geschichte“ verabschiedet sich Kaschte, in dessen Musik und Texte in den letzten Jahren zunehmend politische und ethische Themen Einzug fanden, von der nebulösen, egozentrischen und mittlerweile fast ekelerregend sinnentleerten Welt musikalischer Subkulturen; ein Abschied, der längst überfällig war. Kaschte, stets darum bemüht, seine Zielgruppe nicht nur zu unterhalten, sondern auch zu bilden und Wissen vermitteln, ist endlich an dem Ort angekommen, an dem er am besten aufgehoben ist, an einem Ort, den nur die Wenigsten ertragen können: in der Realität. Die den Principal Studios (Unheilig, H-Blockx, Die Toten Hosen, Kreator) geschuldete, glasklare Produktion von „Poesie: Friedrichs Geschichte“ unterstreicht diese Entwicklung eindrucksvoll und steht dem Album hervorragend zu Gesicht.

„Poesie: Friedrichs Geschichte“ erscheint als CD im Jewelcase sowie als limitierte 2CD im Digibook-Sonderformat. Die limitierte Edition enthält auf der zweiten CD alternative Instrumental-Versionen sämtlicher Titel des Albums, das 40-seitige Booklet beinhaltet alle Texte und fällt nicht zuletzt durch ein beklemmendes graphisches Konzept aus der Tuschefeder Anastasia Kaschtes auf.

Tour 2015 :

  • 13.11. Mannheim, Alte Seilerei
  • 14.11. Hamburg, Markthalle
  • 15.11. Hannover, Musikzentrum
  • 17.11. München, Backstage Club
  • 18.11. Erfurt, From Hell
  • 19.11. Berlin, C-Club
  • 20.11. Bremen, Tivoli
  • 21.11. Bochum, Matrix
  • 24.11. A-Wien, Szene
  • 25.11. Aschaffenburg, Colos-Saal
  • 26.11. Nürnberg, Hirsch
  • 27.11. Glauchau, Alte Spinnerei
  • 28.11. Singwitz, Kesselhaus