Tonbandgerät drehen Video gemeinsam mit Flüchtlingen

Photo credit: Alex Bach
QUELLE» Promotion Werft
ARTIST»
LABEL» ,

Das wollen uns Ole, Sophia, Isa und Jakob (TONBANDGERÄT) sagen:

Es gibt besondere Zeiten, die besondere Mittel erfordern. Zeiten, in denen die Stimme und die Unterstützung jedes Einzelnen gefordert ist, um denjenigen, die mit ihrem Hass, ihrer Gewalt und ihrem Stumpfsinn auf sozialen Netzwerken, vor Flüchtlingsheimen und auf den Straßen Morgenluft wittern, die Stirn zu bieten. Wir sind Tonbandgerät und wir sind eine Popband.

Unsere Texte sind nicht explizit politisch und das sollen sie auch nicht sein, weil es genug Bands gibt, die diesen Job deutlich besser machen, als wir es würden. Aber wenn vermeintlich politische Diskussionen sich so hochschaukeln, dass daraus Hass und Menschenverachtung entsteht, ist auch für uns der Zeitpunkt gekommen uns einzuschalten und ganz klar zu sagen: Da sind wir und unsere Fans entschieden dagegen.

Was wir da gerade erleben ist die weltweit größte Flüchtlingskrise seit dem zweiten Weltkrieg. Dass es dazu kommen würde, war schon seit Jahren abzusehen, doch die Politik hat die Augen davor verschlossen. Und jetzt sind sie da: Hunderttausende Menschen, die unter unglaublich schweren Umständen, auf der Flucht vor Krieg und lebensunwürdigen Bedingungen, zum Teil unter Einsatz ihres Lebens, den Weg nach Deutschland gefunden haben.

Auf der Suche nach einer besseren Zukunft und einem sicheren Zuhause. Die Realität vor Ort sieht anders aus: Die Unterkünfte sind hoffnungslos überfüllt, die Zustände chaotisch, Privatsphäre oft nicht gegeben und Isolation und eine fehlende Zukunftsperspektive erschweren den Alltag. Die Hoffnung auf ein neues sicheres Leben, eine neue Heimat und eine sichere Zukunft ist auf Grund von bürokratischen Hürden, Widerstand in der Bevölkerung gegen den Bau von dringend benötigten Unterkünften und der lähmenden Überforderung von Bund, Ländern und Kommunen gering. Jetzt ist die Stimme und die Hilfe jedes Einzelnen gefragt, da anzupacken, wo er konkret helfen kann.

Wir haben uns schon lange Gedanken darüber gemacht, wie wir helfen können und haben uns dafür entschieden dem Thema die größtmögliche Aufmerksamkeit unserer Fans und Beobachter zu geben, die wir als Band zu bieten haben: Mit einem Musikvideo und – um den Bildern auch Taten folgen zu lassen – mit einem Benefizkonzert am 13.12.2015 in der Großen Freiheit 36 in Hamburg.

Das Musikvideo haben wir zu unserem Song „Ich Komm Jetzt Heim“ gedreht. Ein Lied, das davon handelt schon viel zu lange unterwegs zu sein und dem Wunsch, an einen Ort anzukommen, wo man sich willkommen, geliebt und zuhause fühlt. Eine Situation, die viele Flüchtlinge so erleben. Und genau aus diesem Grund war es uns auch ein Anliegen dieses Video nicht über die Flüchtlinge zu machen, sondern mit ihnen. Weil es ihr Thema ist und es uns wichtig war, dass wir anfangen mit ihnen zu reden anstatt über sie.

Deshalb haben wir uns für eine ganz besondere Aktion entschieden: Wir sind mit 100 Plakaten, unzähligen Stiften, Farbtuben und Pinseln zu einer großen Hamburger Erstaufnahmestelle gefahren und haben die Bewohner gefragt, was für sie Zuhause bedeutet, mit ihnen darüber geredet und gemeinsam Plakate gemalt. Was wir da erlebt haben, war nicht nur eine unglaublich tolle Resonanz und Engagement bei diesem Projekt mitzumachen, sondern wir haben auch wirklich interessante, mutige und beindruckende Menschen aus aller Welt und ihre Geschichten kennengelernt.

Die Plakate wurden großartig und neben gemalten Landschaften, Flaggen, einem globalen Zusammengehörigkeitsgefühl, religiösen Sprüchen oder Wut gegenüber der Ohnmacht war vor allem ein Begriff besonders oft zu lesen: LOVE. Zuhause ist da, wo man geliebt wird. Zuhause ist kein Ort, sondern ein Gefühl. „Und dann die Elbbrücken. Es geht mir nicht um diese Stadt. Du bist mein Zuhause und ich habe es zu dir geschafft.“ Tonbandgerät – Ich Komm Jetzt Heim

Mit genau diesem Gefühl wollten wir ein Zeichen setzen und sind mit den Plakaten an öffentliche Plätze in Hamburg, Berlin, Köln und München gefahren. Wir haben Passanten aufgefordert entweder die Plakate der Flüchtlinge in die Kamera zu halten oder selbst eine Botschaft an sie zu schreiben. Auch hier war die Resonanz unglaublich groß: Kinder, Familien, Jugendliche, Erwachsene und auch Rentner beteiligten sich. Eine Aussage war omnipräsent: Ihr seid willkommen!

Dieses Videoprojekt hat uns unglaublich viel Spaß gemacht. Wir haben so viel Neues erfahren, so viele tolle Menschen kennengelernt und vor allem eins gelernt: Kommt miteinander ins Gespräch! Baut eure Berührungsängste ab! Lasst uns gemeinsam die Situation für alle verbessern!