20 Years Placebo – live in Köln 2016

DATUM» 02.11.2016
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Happy Birthday singt die Lanxess Arena. Nicht für eine bestimmte Person, sondern für die ganze Band – Placebo feiern ihren Zwanzigsten. Und wie es sich für eine ordentliche Party gehört, laden sie alle ihre Freunde ein: uns.

Als Vorbereitung schauen wir erstmal das ursprüngliche Video von „Every you, every me“. Das ist eher so naja. Ehrlich gesagt hätte ich es sie lieber live spielen sehen. Richtig starten Placebo dann mit „Pure Morning“. Was für ein Song, aber Publikum und Band brauchen noch etwas Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen. So ist eben es auf Partys, auf denen sich nicht alle Gäste kennen. Wir stehen schüchtern im Flur und gucken erstmal. In den nächsten Minuten präsentieren sich Placebo aber als gute Gastgeber, heißen uns willkommen (auf sehr gutem Deutsch) und stellen sich vor. Das wirkt recht schnell, ab dem 4. Song („Soulmates“, so gut!) geht es richtig los.

Richtig getanzt wird hier nicht, aber wer zerlegt auf einer netten Geburtstagsfeier auch das Wohnzimmer des Gastgebers? Stattdessen schwanken und schwelgen wir, schmeißen die Arme von rechts nach links, nicken mit dem Kopf. Es ist halb zehn, die Party kommt langsam in Fahrt.

Auch die Visuals werden im Laufe des Konzerts besser, der Fokus liegt dann weniger auf Einspielern und Videos, und mehr auf der Band selbst. Zu „Without you I’m nothing“ werfen Placebo private Videos von sich und David Bowie auf die Leinwand: Brian und David im Gespräch, Brian spielt David etwas vor, Bowie steht mit Placebo auf der Bühne. Das Publikum jubelt, verdrückt sich ein Tränchen. Vielleicht das Äquivalent zu der emotionalen Power Point Präsentation auf dem Geburtstag.

Placebo feiern hier zwar ihren 20., allerdings sind die Band und ihre Fans schon etwas älter. Placebo-Fans sind Rock-Fans, eher unauffällig. Die schillernde Figur steht ja eigentlich auch da vorne aud der Bühne. Eigentlich, denn so bunt und wild wie früher geht es auch nicht mehr zu bei Placebo. Mister Molko trägt einen gut sitzenden schwarzen Anzug und Kurzhaarfrisur. Kein Make-up, nur bunt schillernde Gitarren.

Nach „Lady of the Flowers“ kommt endlich die Ansage, auf die ich gewartet habe: „Leute, der melancholische Teil ist jetzt vorbei. Danke für die Blumen, aber jetzt wird getanzt.“ Schon zu den ersten Tönen zu „What it’s worth“ wird wild geklatscht und gesprungen. Das steigert sich bis „Special K“ so weit, dass in der Mitte der Halle fast so etwas wie Pogo getanzt wird. Jawoll! Der Alkohol beginnt zu wirken, die Partysuppe ist verdaut – jetzt geht es richtig los.

Wie ich mich auf die Zugabe freue! Das ist dann der Moment, wenn die ersten Party-Gäste schon verschwinden – die Mamis, Papis und verantwortungsvollen Menschen mit wichtigen Jobs – in der Zugabe zeigt die Party, was sie wirklich kann, auf was wir eigentlich gewartet haben. Placebo lassen uns laaange klatschen und nehmen doch erstmal wieder Geschwindigkeit raus: „Teenage Angst“, dann „Nancy Boy“(<3) und „Infrared“. Aber wartet noch. Wer ausgepowert ist und jetzt geht, verpasst sicher den Teil der Party, über den später alle reden werden. Das kennen wir doch. Also warten und klatschen wir noch einmal, um Placebo Kate Bush covern zu hören.

20 Years of Placebo heißt die Tour, gespielt haben sie hauptsächlich die Songs vom Best-of-Album „A place for us to dream“. Wer ein grundsolides Rockkonzert erwartet hat, hat genau das bekommen. Kein Geburtstag, über den Köln noch Jahre lang sprechen wird, aber ein guter Abend mit guter Musik und Spaß. Happy Birthday!

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