Akustik trifft Wohnzimmer – Jim Adkins im Nochtspeicher, Hamburg 18.08.2015

Photo credit: Senta Schuckert http://SentaCS.de
DATUM» 18.08.2015
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Im ersten Moment konnte man sich nicht über die anstehende Solo-Tour von Jimmy Eat World Frontmann Jim Adkins freuen. Zu viele Fragen blieben ungeklärt: Gab es Streit unter den Bandmitgliedern? Brauchte die Gruppe eine Pause? Oder wollte Jim seine Solokarriere vorantreiben?

Nichtsdestotrotz finden sich gut 200 Leute bei sommerlichem Sauwetter im Nochtspeicher, nahe des Hamburger Kiez ein. Den Anfang macht das Duo Jonah aus Berlin, das sich durch die Hintergrundmusik für einen Mobilfunkanbieter bereits einen Namen gemacht hat. Der Respekt und die Nervosität, als Support eines ihrer Lieblingsmusiker aufzutreten, ist ihnen von Minute eins anzumerken, was die beiden Berliner umso sympathischer macht. Dennoch präsentiert das Duo ein kurzweiliges und unterhaltsames Set, das erst beim Mann des Abends langsam aus den Gehörgängen verschwindet.

Jim Adkins, gekleidet mit schwarzem Cowboyhemd, Blue Jeans und entsprechendem Schuhwerk, schreitet nach 15 Minuten Pause förmlich auf die Bühne, greift sich eine der beiden bereitgestellten Klampfen und eröffnet das Konzert ohne große Ansage mit I Will Go.

Hits wie Lucky Denver Mint oder For Me This Is Heaven werden genau so lautstark mitgesungen wie das völlig unerwartete Cindy Lauper Cover Girls Just Wanna Have Fun. Der Abend verläuft so flüssig wie Zahnräder, die ineinander greifen: Sei es der rustikale, aber gemütliche Nochtspeicher, die ausgewogene Setlist von Klassikern und neuen Solostücken oder dieser 40-jährige Frontmann einer der bekanntesten Emo-Bands der Jahrtausendwende, nur mit einer Akustikgitarre auf der Bühne. Wer intime Konzerte mag, findet hier seinen Meister.

Nach gut 70 Minuten verabschiedet sich Mr. Adkins von der Bühne. Leider fehlt sowohl eine Zugabe, als auch einige Jimmy Eat World – Evergreens wie The Middle, Hear You Me oder Blister – dennoch kann man mit dem ersten Europakonzert vollkommen entspannt und glücklich den nassen Nachhauseweg antreten.