Letztes Konzert in 2014: Die Broilers feierten ihren Tourabschluss am 30.12.2014 in der Arena Trier

DATUM» 30.12.2014
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Bei Punk-Konzerten ist deutlich was gebacken in der Arena Trier. Die Security ist präsenter, zur besseren Kontrolle der Zuschauermassen werden nicht die Hauptzugänge, sondern die seitlichen „Garagentore“ der Arena geöffnet, die umlaufende Galerie bleibt gleich ganz geschlossen. Insgesamt fanden sich erfreuliche 4300 Fans in Trier ein, um mit den Broilers das erfolgreichste Jahr in deren Karriere zu feiern. Das Album „Noir“ enterte Platz 1 der deutschen Charts! Da hatte man mit den Festivalauftritten der Vorjahre (unter anderem bei Rock am Ring) perfekte Vorarbeit geleistet.

In Trier machten Feine Sahne Fischfilet aus Mecklenburg-Vorpommern den Anfang. Die bösen Jungs werden nach Prüfberichten und Indizierungsverfahren tatsächlich vom Verfassungsschutz beobachtet. Im beschaulichen Trier fielen sie vor allem auf, weil sie einen klanglich sauberen Support hinlegten und die Masse ordentlich aufheizten. Da gab es sowohl deutliche politische Ansagen gegen Nazis und Pegida als auch raffinierte musikalische Ergüsse mit dem starken Frontmann Monchi und einer fetzigen Trompetenbegleitung. Die gut halbstündige Konzerteröffnung war absolut gelungen und machte Lust auf den Hauptact.

Die Broilers versteckten sich zunächst hinter einem weißen Vorhang, der pünktlich um 21 Uhr fiel. Dann ging es laut zur Sache mit einem Querschnitt durch die Bandgeschichte, dessen Schwerpunkt zunächst auf den aktuellen Alben lag. Mit „Vanitas“ und „Lofi“ gab es auch ältere Titel, die das Publikum begeistert mitsang. Leider kam es zu kleinen Auswüchsen in der Menge durch Fans, die Bengalos in die Halle geschmuggelt hatten. Das hätte in engeren Räumlichkeiten böse enden können, verlief aber in der großräumigen Arena recht unproblematisch.

Auf der Bühne war die Euphorie zum Tourabschluss spürbar. Frontmann Sammy Amara zeigte sich sehr gesprächig und berichtete von der Band-Beziehung zu Trier: In einer Zeit, da Bassistin Ines noch nicht zur Band gehörte, Schlagzeuger Andi aber sehr verliebt in die Hübsche war, hatte man sie in der Jugendherberge Trier besucht, wo sie auf Klassenfahrt weilte. Nette Anekdote, die einen Bezug zum Spielort herstellte.

Besonders begeistert wurde der Song „Ich will hier nicht sein“ aufgenommen, der sich dem Leidensweg von Flüchtlingen in Deutschland widmet. Das Publikum begleitete die Ansage dazu mit „Nazis raus“-Rufen. Zu „Wie weit wir gehen“ forderte Amara das Publikum auf, die jeweiligen Lieblingsmenschen auf der Schulter zu tragen und das Konzert wurde ein Lied lang quasi auf zwei Ebenen fortgesetzt. Und spätestens ab „In 80 Tagen um die Welt“ kurz vorm Zugabenblock wurde das Geschehen zur einzigen Party.

Die Broilers zeigten sich von ihrer besten Seite und feierten eine vorgezogene Silvesternacht. Insgesamt acht Zugaben-Songs wurden gespielt und hielten die Feierlaune am Kochen. Trier hat sich als Veranstaltungsort bewährt. Normalerweise finden Konzerte solcher Art im Ex-Haus statt, doch für die Broilers ist das Jugendzentrum eindeutig zu klein geworden. Sie schafften es aber, die Punk-Atmosphäre in die Arena zu retten. Zum Abschluss gab es gar ein Altertümchen zu Ehren von Ines, Andi und Trier. Nämlich den Song „Blume“ mit Textzeilen wie: „Die Broilers und die Ines, und der Andreas, und ein Stiefmütterchen.“

Setlist Broilers – Arena Trier – 30.12.2014

  • Zurück zum Beton
  • Heute schon gelebt
  • Wo es hingeht
  • Ist da jemand?
  • Tanzt du noch einmal mit mir?
  • Harter Weg – Go!
  • Vanitas
  • Grau, grau, grau
  • Lofi
  • Dumm und glücklich
  • One Step Beyond (Madness-Cover)
  • Ich will hier nicht sein
  • Ich brenn‘
  • Ich sah kein Licht
  • Die Letzten an der Bar
  • Wie weit wir gehen
  • Nur die Nacht weiß
  • In 80 Tagen um die Welt
  • Held in unserer Mitte
  • Nur nach vorne gehen
  • Ruby Light & Dark
  • Paul der Hooligan
  • Zusammen (Slime-Cover)
  • Meine Sache
  • Singe, seufze & saufe
  • Cigarettes & Whiskey
  • 33 rpm
  • Blume

Hier gibt es unsere Broilers Fotos zum Konzert aus Trier 2014