Christmas Moments brachte den Weihnachtszauber in die Stadthalle Dillingen

Christmas MomentsTour 2014 Stadthalle Dillingen
DATUM» 15.12.2014
ARTIST»
VENUE»

Bereits seit 17 Jahren sorgt die weihnachtliche Show von Thomas Schwab in der Region Trier für besinnliche und fröhliche Momente, für einen unvergesslichen Abend. Während „Christmas Moments“ zunächst ein regionales Phänomen war, hat sich der Virus inzwischen über ganz Deutschland ausgebreitet. Aktuell gab und gibt es Shows in Neu-Isenburg, Stuttgart, Rüsselsheim, Lippstadt und vielen weiteren Städten. Ganz besonders kann ich den traditionellen Abschluss am 23. Dezember in der Arena Trier empfehlen. Das Heimspiel in Deutschlands ältester Stadt ist immer etwas ganz Besonderes – nicht zuletzt durch die Mitwirkung des Christmas Moments Chores, der nur in Trier mit dabei ist.

Ich selbst habe in den vergangenen Jahren stets die Konzerte in Trier besucht. Diesmal aber gab es da terminliche Schwierigkeiten und ich begab mich ins tiefe Saarland – nach Dillingen. So kann ich euch den Mund wässrig machen mit dem, was in der Stadthalle Dillingen geboten wurde. Und vielleicht kommen ja noch einige auf den Geschmack und belohnen sich für die stressige Adventszeit mit einem Besuch der verbleibenden Termine.

Die Stadthalle Dillingen war schon lange ausverkauft. Das mag damit zusammen hängen, dass einer der mitwirkenden Solisten (Horst Friedrich) aus der Stadt stammt. Er wurde dann auch sehr herzlich auf der Bühne empfangen, aber die anderen Sängerinnen und Sänger standen ihm in nichts nach. Da waren die Urgesteine Meike Anlauff, David Moore und Guido Illigen. Allesamt mit viel Bühnenerfahrung und in unzähligen Bandprojekten unterwegs. Meike hat schon die Konzerte von Peter Maffay bereichert, David in mehreren Musicals gesungen. Zurzeit ist er bei „Starlight Express“ als Papa zu sehen.

Neu dabei war die Niederländerin Peti van der Velde, ihres Zeichens Jazzsängerin und ebenfalls Musical-Darstellerin. Außerdem wirkte nach längerer Pause die regionale Größe Kerstin Bauer wieder mit, die hauptsächlich Opern- und Konzertsängerin ist. Ihr Element waren auch hauptsächlich klassische Stücke, die mit frenetischem Applaus bedacht wurden.

Die Songauswahl war absolut bunt gemischt. Der Schwerpunkt lag auf englischsprachigen Titeln, doch Deutschrocker Guido Illigen trug auch Titel in deutscher Sprache bei, blieb aber diesmal seltsam blass in seiner Performance. Umso stärker fand ich Meike Anlauff, Kerstin Bauer und David Moore. Da war beispielsweise der besinnliche Klassiker „Noel“ – sehr emotional vorgetragen von Meike. Auch „Last Christmas“ musste ins Programm. Die Soul-Version führte jedoch zu einem Aha-Effekt und das Publikum war dann gerne bereit, den Ohrwurm lauthals mitzusingen.

David ist einfach eine Stimmgewalt. Sei es bei „Mary’s Boy Child“ oder dem Gospel „Jesus“. Er holte alles aus sich raus und schoss mit „Bridge Over Troubled Water“ den Vogel ab. Was für ein Auftritt! David sang sich die Seele aus dem Leib und die Münder der Zuschauer blieben offen stehen. Diese Stimme war eine Naturgewalt. Ebenso glänzte Meike Anlauff mit „Run“ von Snow Patrol, das den meisten durch Leona Lewis geläufig ist. Ein musikalisch äußerst anspruchsvolles Stück, das Meike so gewaltig und gefühlvoll interpretierte, als stünde die Britin selbst auf der Bühne. Hier konnte die Sängerin zu stimmlicher Spitzenleistung auflaufen.

Es gab aber nicht nur Pop und Rock. Das Ensemble brachte eine glänzende Interpretation von „Little Drummer Boy“. Fast a cappella vorgetragen, instrumental nur verstärkt durch Schlagzeuger David Anlauff. Kerstin Bauer entschwebte beim „Pie Jesu“ aus dem Requiem von Andrew Lloyd Webber in höchste Sphären und betörte das Publikum mit dem Song „Angel“.

„I Always Cry On Christmas“ ließ Erinnerungen an die letztjährige Tour aufkommen, als die Konzerte durch einige Todesfälle im Umfeld des Projekts erschüttert wurden. Das war auch für mich gerade im Dezember 2014 ein ganz nachdenklicher Moment vor der Pause. Und nach der Pause ging es mit „Hope Of The Broken World“ ungewöhnlich weiter. Thomas Schwab sagte dazu, dass es nicht leicht fällt, immer neue Weihnachtslieder zu finden. So kann sich auch mal ein thematisch passender alternativer Song in die Setlist schleichen.

Es gab Klassiker wie „O Holy Night“ (Peti) und „Santa Claus Is Coming To Town“ (Horst). Aber auch eine überraschende Zeitreise ins 16. Jahrhundert mit dem lateinischen „Gaudete“ und das ebenfalls im Ensemble vorgetragene „Herbei o ihr Gläubigen“. Das bunte Durcheinander an Stilen wurde durch Thomas Schwab am Piano zusammen gehalten. So war es auch gar kein Problem, dass „Lean On Me“ (ebenfalls wunderbar durch David Moore interpretiert) sich zwischen „Hosanna“ und „Stille Nacht, heilige Nacht“ schlich.

Weiterer Zusammenhalt war der Erzähler Alexander Grünberg – ein Schauspieler, der schon seit vielen Jahren mit dabei ist und mit sonorer Stimme seine Texte vorträgt. Diesmal kam er nicht als Geist der Weihnacht, sondern als Engel in weißer Robe, allerdings ohne Flügel. Er erzählte von den Irrungen und Wirrungen der himmlischen Wesen, den Träumen eines Engels und spielte eine imaginäre Harfe. Da steckte großes Schauspieltalent dahinter und Axel war immer für einen Lacher oder einen bewegenden Moment gut.

Nicht vergessen will ich allerdings die fantastische Band, denn da spielte nicht nur Thomas Schwab am Piano. David Anlauff war neu am Schlagzeug dabei, Tim Wollmann und ASP-Gitarrist Sören Jordan ließen die Gitarrensaiten erklingen, Umbo malträtierte den Bass und Multitalent Andreas Steffens war vor allem am Saxofon aktiv. Laute oder leise Töne – diese Band konnte alles par excellence bewerkstelligen. Der Abend endete mit Thomas Schwabs „Superhit“, dem Titel „Der Traum von Bethlehem“, der seit Jahren alle Christmas-Konzerte beschließt. Das Ensemble um Thomas Schwab bringt wunderbar in weihnachtliche Stimmung, ohne dabei in Herzschmerz und kitschige Wehmut zu verfallen. Die poppigen Einsprengsel der Show sind das Salz in der Festtagssuppe.

Wer noch in den Genuss dieser einmaligen Show kommen will, muss sich sputen. Persönlich kann ich vor allem das Konzert in der Arena Trier empfehlen. Hier alle Tourdaten bis Heiligabend 2014:

Christmas Moments Tour 2014

  • 17.12. Haus des Bürgers Ramstein-Miesenbach
  • 18.12. Theater Rüsselsheim
  • 20.12. Gebläsehalle Hattingen
  • 21.12. Stadttheater Lippstadt
  • 22.12. Rheingoldhalle Mainz
  • 23.12. Arena Trier