Christmas Moments – weihnachtlicher Höhepunkt in der Arena Trier

Photo credit: Dietmar Schmitt

Leider laufen die weihnachtlichen „Pflichttermine“ in Deutschlands ältester Stadt am 23. Dezember allesamt parallel: Guildo Horn zelebriert das rockige Schlagerprogramm in der Europahalle, Thomas Schwab verzaubert mit seinen Mitstreitern von Christmas Moments die Arena Trier und wer es lieber alternativ will, muss das „Tefftival“ in der Trierer Tufa unter Abwesenheit allzu besinnlicher Klänge besuchen. Selbst Klassikfreunde werden vom Friedrich-Spee-Chor beim traditionellen Weihnachtssingen bedient. Wer da nichts für den eigenen Geschmack findet, dem ist wohl nicht zu helfen.

Ich selbst hätte gerne mal wieder Meister Guildo beehrt, doch letztlich ist die Entscheidung erneut auf die Christmas Moments gefallen. Diese große Show vor Tausenden Zuschauern in der Arena ist in jedem Jahr ein ganz besonderes Highlight. Vielseitig und voller Überraschungen. Egal ob Thomas Schwab allein am Piano sitzt oder die vortreffliche Band das Ensemble begleitet. Den ganzen Dezember über war man in NRW, Rheinland-Pfalz und dem Saarland unterwegs. Der Abschluss fand wie immer in Trier statt. Und neben der bekannten Truppe aus regionalen Gesangsgrößen gab es zwei weitere Argumente zum Besuch des Konzerts in Trier: Patricia Kelly und Cassandra Steen waren als Gäste mit dabei.

Das Programm bot eine überaus bunte Mischung. Da gab es deutsche und amerikanische Weihnachtsklassiker, wahlweise traditionell dargeboten oder mit viel Soul und bemerkenswerten Koloraturen, aber auch einige stimmungsvolle Poptitel. Jeder der beteiligten Sänger hatte seine Momente – da musste man zwischen Profis und Amateuren keinen Unterschied machen.

Einige Musical-Künstler waren zu hören. David Moore, der sonst bei „Starlight Express“ singt und mit viel Power die Bühne stürmte. Dann hatte er aber ebenso Worte für die notleidenden Menschen der Welt, vor allem die Flüchtlinge, und sang unter großer Anteilnahme des Publikums „Do You Have Room“. Aloysia Astari aus dem Musical „Yakari“, die zum ersten Mal mit dabei war, interpretierte John Lennons „Imagine“.

Sehr stark fand ich wie immer Meike Anlauff, die mit ihrer ausdrucksstarken Stimme unter anderem Michael Jacksons „Man In The Mirror“ neuen Glanz verlieh. Und Guido Illigen – Ensemblemitglied der ersten Stunde – konnte einmal mehr mit einem spannenden Deutschpop-Titel begeistern, der nicht unbedingt weihnachtlich süß klingt, aber trotzdem perfekt zum Thema passt: Er sang eine hinreißende Version von Alexa Fesers „Gold von morgen“. Ebenso die kräftige Stimme von Horst Friedrich soll nicht unerwähnt bleiben. Er kann volltönend einen riesigen Saal zum Beben bringen.

Auf große Show- und Lichteffekte wartete man in diesem Jahr vergebens. Ein Winterwald unterm Sternenmeer – das war die Kulisse. Für den abschließenden Nostalgie-Block gab es gar nur die Musiker und Sänger vor einem weißen Vorhang. Etwas Glamour war in den vergangenen Jahren ganz schön, doch die zeitlose Musik funktionierte auch in reduziertem Ambiente.

Als Gäste gab es neben genannten Stars außerdem den Christmas Moments Chor, der traditionell nur in Trier aktiv wird. Eine schöne Sache, vor allem, als er zum Abschluss in die Zuschauerreihen ging und die ganze Arena mit Stimmen erfüllte. Doch wie immer blieb der Chor unter seinen Möglichkeiten. Mit diesem Potential an Sängerinnen und Sängern könnte man einiges mehr auf die Beine stellen, um mehrstimmigen Arrangements mehr Raum zu geben und auch mal a cappella vorgetragene Passagen zu erlauben. Doch das sei nur am Rande erwähnt.

Das Ensemble der fünf Gesangssolisten trug die Show ohnehin mit der Musikertruppe ganz alleine. Wenn alle auf der Bühne standen, entwickelte sich ein zauberhafter und stimmungsvoller Wohlklang, mal besinnlich leise, dann wieder kraftvoll schmetternd. Gaststars wären in dieser Besetzung eigentlich nicht nötig, doch sie sind nun mal das berühmte i-Tüpfelchen.

Gefreut hatte ich mich vor allem auf Cassandra Steen. Sie sang dann auch das eigene Stück „Unter die Haut“ und verschönerte einige Weihnachtsklassiker. Stimmlich überragend und wunderbar schlicht drängte sie sich auch im Ensembleklang nie in den Vordergrund. Absolut vom Hocker gerissen hat mich aber Patricia Kelly. Mit akzentuiertem Gesang und einer fantastischen Stimme hatte sie das Publikum umgehend auf ihrer Seite und bekam zwischendrin stehende Ovationen, vor allem als sie die Arena Trier kollektiv zum Schmettern des Paradesongs der Kelly Family „Angel“ motivierte.

Thomas Schwab (Piano), Sören Jordan (Gitarre), Umbo Umschaden (Bass), Tim Wollmann (Gitarre), Marcel Millot (Schlagzeug) und Multitalent Andreas Steffens an Saxophon und Querflöte boten das melodische Sahnehäubchen. Melodien zum Mitsingen – Pop, Rock, Swing und auch mal eine Prise Klassik, wenn es sein musste. Als es dann bisweilen ans Improvisieren ging, war kein Halten mehr und das Publikum folgte ihnen begeistert.

Schauspieler Alexander Grünberg bot lyrische Momente zum Nachdenken. Er philosophierte als Engel über seine Aufgaben im Besonderen und das Dasein im Allgemeinen. Wichtig war vor allem sein weihnachtlicher Schluss: „Das Dunkel ist schwächer als das Licht.“

Natürlich darf kein Moments-Konzert ohne Thomas Schwabs Eigenkomposition und bekanntestes Stück „Der Traum von Bethlehem“ enden. Wie immer ein bewegender Abschluss und der Song, der für mich seit vielen Jahren zu jedem Weihnachtsfest gehört. Das Ensemble um Thomas Schwab bringt einfach am besten in weihnachtliche Stimmung, ohne dabei in Herzschmerz und kitschige Wehmut zu verfallen. Vermutlich können wir uns dort in 2016 wiedersehen: am 23. Dezember in der Arena Trier.

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Letzte Aktualisierung am 11.12.2016 um 14:14 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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