Die Zeche wurde geopfert – Lamb Of God in Bochum

DATUM» 22.06.2015
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Mit ihrer einzigen Clubshow in Deutschland sorgen Lamb Of God schnell für eine ausverkaufte Zeche Bochum. So begibt man sich an einem wechselhaften Tag von Köln nach Bochum, um eben diese alte Malocherbude aufzusuchen und von Virginias Metalmonster um die Ohren werfen zu lassen.

Angekommen wird erst mal klar, wie intim diese Show wird: Mehr als 500 Menschen finden sich hier nicht ein. Wann hat man schon noch die Ehre eine solche Band in so kleinem Rahmen zu sehen. So bestellt man sich erst mal ein Bier, schlendert den Club entlang und begutachtet im Außenbereich die herumstehenden Menschen. Das Publikum reicht vom 18-jährigen Metalcorejüngling bis hin zu weit über 60-jährige, alteingesessene Metalurgesteine, die wahrscheinlich noch mit AC/DC zusammen deren erste Konzerte gefeiert haben. Nach einer Unterhaltung mit 2 türkischen Backpackern geht es also zurück in die Halle, in der man nach einem schnellen Aufmarsch der fünf Wutbündel „Desolation“ um die Ohren hauen lässt. Die Soundprobleme sind nach den ersten 20 Sekunden behoben, und ab jetzt wird nur noch drauf geprügelt. Chris Adlers Füße lassen ein Unwetter aus Double-Bass-Tritten auf das frenetische Publikum hageln, während Mark Morton, der zum Topmodel mutierte Willie Adler und John Cambell der Weiße ihre Saiten beinahe zu vergewaltigen scheinen. Über allem trohnt der König des unbändigen Zorns: Ranby Blythe zeigt dem Ruhrpott, wer hier die Growls im Hals hat.

Songs wie „Ghost Walking“, „Laid To Rest“ oder „512“ verlangen den Fans einiges ab. Die Stimmung ist von Anfang an auf auf einem kaum beschreibbarem Level und wird der einzigen Clubshow definitv würdig. Ein Highlight ist mit Sicherheit „Walk with me in Hell“, welches die Zeche lauthals mitschreien und die Temperatur nochmals um einige Grad ansteigen lässt. Den Schlusspunkt bilden „Redneck“ und „Black Label“. Insgesamt ist der Abend mehr als gelungen, zumal auch zwei neue Songs vom kommenden Album „Sturm und Drang“ gespielt wurden und Lust auf mehr machten. Das Lamm Gottes forderte in dieser Nacht ein Opfer, und Bochum servierte die Zeche auf einem silbernen Tablett.