EUROBLAST FESTIVAL XI – „Ein Familienfest“

Anfang Oktober ist Euroblast-Time. Drei Tage voller moderner Prog-Musik! Die elfte Edition bleibt seinem Motto treu und bietet eine hervorragende Mischung aus neuen unbekannten Künstlern und gern gesehenen Szene-Größen. Der Aufwand den das Team betreibt, um ideale Soundbedienungen zu schaffen ist enorm. Die Boxen und Monitore des WestLab Audio-System sind ein wirklicher Klanggenuss, der einfach zu diesem Festival gehört. Genauso wie die Menschen, die aus 40 Ländern anreisen um diesen Event bei zu wohnen. Über die letzten Jahre wurden unter Fans und Musiker viele Freundschaften geknüpft. Es ist eine Freude die alten Gesichter wiederzusehen und sich gemeinsam an der Musik zu erfreuen.

Als ich Donnerstagabend nach Feierabend in die Essigfabrik komme, hat das Euroblast sein Feeling schon unter den Leuten verbreitet und mich direkt wieder in seinen Bann gezogen. Gerade spiele Haken. Die Progger aus London dominieren ihren Rock mit Piano, irren Taktwechseln und süßen Melodien. Als letzten Song bieten sie „Crystallised“ von ihrer neuen EP „Restoration“. Mit modernen Klängen sind Haken ein idealer Toursupport für Between The Buried And Me auf ihrer derzeitigen Europatour. Die Spannung zu BTBAM steigt an. Ihr neues Album „The Coma Machine“, letzten Monat auf dem Markt geworfen, wird heute Abend hoffentlich ausführlich vorgestellt. Und wir haben Glück! Es gibt aus Stücke auch den 15 Jahren ihrer Bandgeschichte, die einfach kreativ ist, wie die Band selbst. Geile Blasts gehen in epischen Fusion-Jazz über und werden mit Rock-Genres kombiniert. Zum krönenden Abschluss bieten die Amis ein Cover mit „Pipi-Faktor“. Der Refrain von Queens „Bohemain Rhapsody“ lässt auch die härtesten Metal-Heads den Refrain mitsingen. Ein glorreicher Abschluss eines super Tages!

Am Freitag hat das Euroblast Collective 15 Bands aus dem modernen Metal zusammen gestellt. Für viele Besucher ein straffes Programm. Auf der Mainstage bieten Destiny Potato aus Serbien einen Mix aus Djent und Nu-Metal. Sängerin Aleksandra kommt einem Engel gleich und zugleich schreiend wie Teufelsweib. Gute Laune ist vorprogrammiert. Etwas melancholischer geht es bei Devil Sold His Soul zu. Die Briten sind für ihre gefühlsbetonte Art bekannt und geliebt. Auch Atomsphere bieten ein ruhiges Klangspektakel. Ambient-Metal aus Belgien kann in unseren Tagen nichts schlechtes heißen und die Show kann sich wirklich sehen lassen. Meine persönliche Neuentdeckung der Second-Stage, (danke an das Euroblast) hat nicht nur mich überzeugt. The Intersphere aus Mannheim sind für uns Deutsche zu einem kleinen Aushängeschild geworden. Alternative Rock mit Prog-Elementen haben jedes ihrer Alben begleitet und verfeinert. Auch ihre Live-Show, mit mehr Gitarrenwechsel als auf einem Zack Wylde Konzert, zieht in den Bann. Danach geht es elektronisch weiter mit verrückten Beats von The Algorithm . Party-Feeling für Nerds und Clubbesucher zum Abtanzen. Besonders Highlight war das Born Of Osiris Cover von „Machine“. Was für ein metalischer Druckwellen-Sound! Andere Musik so gekonnt seinen Stempel aufzusetzen bleibt im Kopf hängen. Zum Schluss gibt es den Euroblast-Klassiker Monuments. Diese Band gehört einfach dazu und beweist alljährlich live immer wieder eine tolle Show.

Am dritten und letzten Tag geben sich Vola zur frühen Stunde die Ehre. Experimenteller Rock aus Dänemark mit viel Groove, der die müden Knochen wach schütteln soll. Gefolgt von den Djentlemen von Modern Day Babylon, die ihre neue EP „The Ocean Atlas“ im Gepäck haben. Instrumentaler Ambient-Djent der höchsten Stufe! The Hirsch Effekt und besonders IGORRR sind für Fans der dissonanten Synapsenparty. Schräge Takte, schnelle Beats und leichte Gesangsparts öffnen den Mix, aus dem Math-Metal gemacht ist. Für den einen eine schwere Kost, für den anderen ein musikalisches Fünf-Gänge-Menü. Für die altbewährte Djent-Fraktion haben Uneven Structure die Dampfwalz-Methode dabei. Polyrhythmischen Riffs treffen auf den Gesang von Matthieu Romarin. Zudem gibt es zwei neue Stücke von der kommenden Platte 2016. Wir können gespannt sein. Der Headliner Cynic spielt exklusiv auf dem Euroblast Festival, nach den internen Band-Geschehnissen ein wahres (Euroblast)-Wunder. Die Progressiven Metal-Heads spielen mit Fingerspitzengefühl atmosphärisch und technisch herausragend. Wir können uns wirklich glücklich schätzen, sie noch einmal live zusehen, bevor die Band sich auflöst. Wie kann man ein Festival noch besser enden lassen?

Die Arbeit und den Aufwand, den das Euroblast Festival aufbringt, ist enorm. Aber Fans solcher spezifischen Musik sind dankbar. Dieses Festival wird jedes Jahr noch um einen Ticken besser. Hoffentlich bleibt uns dieser „metalischer“ Lichtblick in Köln lange erhalten! Danke liebes Euroblast-Team!!!!