Gemütliches Gekloppe – Volbeat in der LANXESS Arena, 9.11.2016

Photo credit: Rainer Keuenhof
DATUM» 09.11.2016
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Dass Volbeat inzwischen über einen Headlinerstatus in deutschen Landen verfügen, ist längst kein Geheimnis mehr: Auftritte als letzte Band des Abends auf Festivals wie Rock am Ring oder Wacken sprechen für sich. Dennoch kann man es irgendwie immer noch nicht glauben, dass die Dänen um Sänger Michael Schøn Poulsen es tatsächlich schaffen, die LANXESS Arena, Kölns größte Musikhalle, fast vollständig zu füllen. Vielleicht liegt dies auch an der namhaften Vorband: Wüstes Gitarrengezimmer stürmt einem beim Betreten des Unterrangs entgegen, als Airbourne in ihrer Schlussphase sind. Die Australier gelten ja schon lange als die Nachkommen von AC/DC. So weit aus dem Fenster lehnen sollte man sich vielleicht nicht, aber was der Vierer in ihren Schlussminuten bietet, kann sich sehen lassen. Von Überkopfsolos, punktierten Hechtsprüngen, bis hin zu einem völlig übersteuerten Sound, ist alles dabei, was das Herz des Wochenendrockers an einem Mittwochabend höher schlagen lässt.

Als der Vorhang mit VOLBEAT-Logo eine halbe Stunde später fällt, nistet sich der Tinitus bereits beim Opener The Devil’s Bleeding Crown tief in den Gehörgängen ein. Die LANXESS-, oder noch schöner, Kölnarena ist bekannt für ihren teils sehr brachialen Sound. Dieser nimmt jedoch heute neue Ausmaße an. Zum Glück passt es zur Musik der Band aus Kopenhagen. Nach einem Medley bestehend aus Heaven nor Hell, A Warrior’s Call  und I Only Want to Be with You wird die Menge erstmalig begrüßt. Freudestrahlende Gesichter lassen halbvolle Bierbecher in die Höhe schießen. Wenn man dann bei der Sad Man’s Tongue den Blick durch die sich prügelnde Menge schweifen lässt, kann man ein Grinsen nicht unterdrücken. Es scheint, als hätte die hart arbeitende Mittelschicht heute einen mauen Tag gehabt, anders kann man sich das aggressive Verhalten einiger Besucher nicht erklären. Oder es mit anderen Worten auszudrücken: Hier kippt noch die Buchhaltung persönlich dem Bahnkartenkontrolleur das Bier übers Gesicht und kriegt direkt die Faust des Call Center Angestellten auf die Nase. Was der Rock n Roll nicht alles aus Menschen machen kann, wird heute eindrucksvoll bewiesen.

Ruhige Momente sind rar. Einzig beim großartigen Fallen gehen Fäuste stillschweigend nach oben, der Kontrolleur liegt mit der Buchhaltung tränenüberströmt in den Armen, bis sie sich  kurz vor dem Refrain bei „I’m aaalrriiiiiiight“ wieder lösen und in alte Muster zurückfallen. Ein Moment der Liebe auf einem Konzert, welches bei vielen blaue Flecken hinterlassen wird. Mit Still Counting und dreißig Fans (unter anderem mit ganzen Familien) auf der Bühne, verabschiedet sich die Band in den wohlverdienten Feierabend, denn schließlich wollen noch weitere europäische Arenen in den kommenden Tagen bespielt werden. Der Abend hatte es selbst vom Unterrang in sich: Allein sich die prügelnde Menge in den vorderen Reihen anzuschauen, hat den Unterhaltungswert in die Höhe schießen lassen. Dazu kommt eine Band, die noch keine Anzeichen von Ermüdung anzeigt. Danke, immer wieder gerne.

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Letzte Aktualisierung am 7.12.2016 um 17:15 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API