Millencolin mit neuem Album in der Live Music Hall Köln

DATUM» 04.05.2015
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Was tut eine Band wenn ein neues Album erscheint? Sie tourt! Und das meistens kurz nach der Veröffentlichung eben dieses Albums. Millencolin machen es genauso und so sitzen die vier Schweden seit dem ersten Mai in ihrem Nightliner um Skatepunk erneut in Europa zu verbreiten.

Anfang Mai haben die vier Schweden mit True Brew ihr erstes Studioalbum seit 2008 veröffentlicht. Seit 1993 frönen sie dem Skatepunk in aller Welt und haben sich mit etlichen Shows zu einem der wohl bekanntesten Vertreter gespielt.

Als Unterstützung haben sie Bombshell Rocks als Opener mitgebracht. Bei den Vorbands heutzutage erwartet das Publikum meist eine junge Band, die eine Chance bekommen soll, ihre ersten großen Konzerte zu spielen. Doch anstatt ein paar junger Musiker erscheinen fünf ausgewachsene Schweden die seit 1995 zusammen Musik machen. Und genauso souverän ziehen sie die nächste halbe Stunde durch. Das Publikum bekommt hochwertigen, wenn auch nicht besonders abwechslungsreichen Punk Rock zu hören. Der Applaus ist gehalten, was sich aber komplett ändert als das Intro des Hauptacts ertönt und die Mitglieder von Millencolin die Bühne betreten.

Den heutigen Abend starten die vier Schweden genau wie auf True Brew mit Egocentric Man. Ein Song der gleich zu verstehen gibt, dass auf der neuen Platte wieder alte Skatepunk Töne angeschlagen werden. Gefolgt von diesem neuen Stück geben sie Twenty Two von ihrem 1997 erschienen Album For Monkeys zum Besten und lassen das Konzert auf ein gut gemischtes Konzert hoffen.

Dass sie wissen wie man sich bei seinem Publikum beliebt macht merkt man spätestens jetzt: „Wir lieben Köln“ ist ihr Schlachtruf, doch leider lieben sie nicht unser Kölsch aber das hindert das Publikum nicht daran zu Dance Craze vom 1998 erschienen „Same Old Tunes“ weiter zu tanzen. Ehrlichkeit soll ja schließlich belohnt werden.

Das erste musikalische Highlight scheint Fox vom 2000 erschienenen „Pennybridge Pioneers“ zu sein, denn wie man es von Millencolin gewöhnt ist fliegen hier die ersten Bierbecher durch die Luft. Diese Stimmung zieht sich ab jetzt durch die nächsten Songs wie Olympic und Duck Pond. Nach diesen alten Tönen kommen die vier Musiker zu dem Song der auf ihrem neuen Album auf Platz zwei gelandet ist: Chameleon. Nachdem es acht Jahre gedauert hat bis man endlich ein neues Studioalbum von ihnen bekommen hat, sind die Verkaufszahlen eben dieses Werks direkt in die Höhe geschnellt. Deshalb bedanken sie sich bei ihrem Publikum für den erreichten Platz 28 der Deutschen Albumcharts, und das eben mit Chameleon.

Die Stimmung bleibt oben während Man or Mouse, Fingers Crossed und Bring Me Home. Zu Bring Me Home ist auch der erste Song des neuen Albums zu dem es ein offizielles Video gibt und in dem eine betrunkene Person im großen gelben Vogelkostüm durch die Welt skatet.

Das Kölner Publikum ist für einen Montagabend in super Stimmung und das soll durch einen Circle Pit bewiesen werden. Zu Autopilot Mode fängt das Publikum an und hört für die nächsten Songs nicht mehr auf. Es wird durch Cash or Clash, Pepper und bis zu Mr. Clean durchgetanzt. Die Stimmung ist hoch und ausgelassen und deutlich zu gut um das Konzert jetzt schon zu beenden. Doch nach Mr. Clean verlassen Millencolin die Bühne. Schnell ist klar, dass es gleich weiter gehen wird, denn auch die Band wirkt nicht so als wollte sie jetzt schon Schluss machen.

Rote Alarmlichter gehen an, Sirenen erklingen und die Band kommt zurück auf die Bühne und eröffnet ihre Zugabe mit Penguins & Polarbears. Nach Sense & Sensibility von „True Brew“ wechselt Sänger und Bassist Nikola zu einem schwedischen Song. E20 Norr scheint damit das erste Lied, bei dem die Menge Schwierigkeiten hat mit zu singen. Das ändert sich zu  Lozin’n Must und Farewell My Hell wieder und ein großer Teil der Menge singt und bewegt sich mit.

Bekannt geworden sind Millencolin durch No Cigar der in “Tony Hawk’s Pro Skater 2” rauf und runter gespielt wurde. Diesen bekommt das Publikum nun als vermeintlich letzten Song zu hören. Dass er einer der wohl bekanntesten ist, merkt man an der Reaktion. Bierbecher fliegen durch die Luft und die ersten zehn Reihen befinden sich im bisher größten Circle Pit der Show. Der Abend scheint sein Ende gefunden zu haben und damit wirkt das Publikum auch sichtlich zufrieden.

Umso erstaunter sind die Fans als Nikola ein letztes Mal alleine auf die Bühne kommt um The Ballad zu performen. Ein erstaunliches Ende für ein Skatepunk Konzert, aber ein gutes Ende. Zum Refrain erhebt sich die Lautstärke des Publikums um mitzusingen.

Damit endet ein musikalisch gelungenes, und vor allem unterhaltsames Konzert. Bei Millencolin hat man das Gefühl die Band ist mit Haut und Haaren.  Der Spaß auf der Bühne und mit ihren Fans hat oberste Priorität.