Purple, Yellow & Green – Baroness am 21.03.2016 in Köln

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DATUM» 21.03.2016
ARTIST»
VENUE»

Wenn eine Band mit einem äußerst gelungenen neuen Album im Gepäck auf Tour geht, sind die Erwartungen groß. Das spiegelt sich am heutigen Abend in Köln schon in der Ticketnachfrage wider, denn das Bürgerhaus Stollwerck ist ausverkauft. Baroness haben mit “Purple” vieles richtig gemacht und den Nerv ihrer Fans getroffen.

Ihr Sludge Metal hat seine Wurzeln bekanntlich auch im Hardcore. Wenn aber wie heute mit Vitamin X ein Hardcore-Genre-Vertreter als Support den Abend eröffnet, werden die musikalischen Unterschiede doch überdeutlich. Die Songs der Holländer erreichen nie eine Länge von zwei Minuten und so hauen sie dem Publikum in ihrem halbstündigem Set gefühlt 20 Stücke um die Ohren. Sänger Marco Korac nutzt den für seine energetischen Sprungeinlagen viel zu kleinen Raum in Gänze aus. Die Luftschlangen aus der Sprühdose lösen bei den Zuschauern ebenso fragende Gesichter aus, wie die Aufforderung zum Circle Pit. Doch letztlich wird das Engagement der Band mit Beifall belohnt. War ja irgendwie auch kurzweilig.

Punkt 21 Uhr erklingt ein Stück vom Band, das an Filmmusik aus den 60er Jahren erinnert. Kaum ist der letzte Ton verklungen, setzt Drummer Sebastian Thomson zu den ersten Takten von “Kerosene” an. Nach “Morningstar” und dem launigen “Shock Me” ist schon früh klar, dass der Schwerpunkt heute auf dem neuen Material der Band liegt. Mit der Gewissheit, ein sehr gutes Werk herausgebracht zu haben, wird ein „Purple“-Song nach dem anderen präsentiert. Und sie funktionieren live auch hervorragend. Das Bühnenlicht erstrahlt also meist in tiefem Violett. Die anderen Farben des Abends sind gelb und grün, was bei den Männern aus Georgia für psychedelischen Progrock steht. Das Doppelalbum „Yellow & Green“ hatte nämlich diese Ausrichtung und es stand zu befürchten, dass dessen Stücke nach der Rückbesinnung mit „Purple“ auf den Sludge Metal, kaum noch gespielt werden. Die Befürchtung war unberechtigt, denn mit dem hymnenhaften “Board Up The House” und dem charismatischen “Green Theme” ist klar, dass auch diese Seite von Baroness ebenso selbstbewusst präsentiert wird.

Während “The Iron Bell” gibt es eine Auseinandersetzung in der ersten Reihe. Der aufmerksame John Baizley bekommt dies sofort mit und versucht zu beruhigen. Nach dem Song bedankt er sich bei den Umstehenden, die ihrerseits geschlichtet hatten und so bleibt kein fahler Beigeschmack zurück. Im Gegenteil. Gemeinsam wird gefeiert und so tut sich zentral vor der Bühne während “The Gnashing” dann doch der erste Mosh Pit auf. Die Bühne wird sich nur bei diesem Song blau färben und repräsentiert damit die „Blue Record“ ganz allein. Es folgt die intensivste Phase des Abends mit einem ganz starken “Try To Disappear” bis zum Mainset-Abschluss “Eula”. Vor allem zwei Dinge werden hier deutlich: Was für ein Zugewinn Bassist Nick Jost auch mit seinen sphärischen Einlagen am Synthie ist und wie schön Baizley´s Stimme klingen kann, wenn er sie mal zwei Dezibel runterschraubt.

Auch das rote Album ist mit “Isak” nur einmal vertreten und dient als erster Zugabensong. Meine Befürchtung, dass wir im Vergleich zu den Konzerten der vergangenen Tage auf “Little Things” und, schlimmer noch, auf “Cocainium” verzichten müssen, bewahrheitet sich. Sie werden ersatzlos gestrichen, was angesichts eines 90-minütigen Powersets auch nicht zu beklagen ist. Aber schade ist es schon. Wahrscheinlich muss man nach einem Monat auf Tour einfach mal mit seinen Kräften etwas haushalten. Vor dem Abschluss in Form von “Take My Bones Away“ beklagt Gitarrist Peter Adams den durch eine Barriere bedingten zu großen Abstand zu den Fans. Man fühle sich ein bisschen “separated”. Das Publikum gibt aber lautstark zu verstehen, dass man sich im Gegenteil sehr verbunden fühle und einen sehr schönen Abend mit einer großartigen Band hatte.

Setlist:

  • Kerosene
  • March To The Sea
  • Morningstar
  • Shock Me
  • Board Up The House
  • Green Theme
  • The Iron Bell
  • I Have To Wake Up (Would You Stop The Rain?)
  • Chlorine & Wine
  • The Gnashing
  • Try To Disappear
  • Desperation Burns
  • Eula
    ———————–
  • Isak
  • Take My Bones Away

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