Zapfenstreich-Punkrock at its worst – Red City Radio in Köln 2015

DATUM» 25.02.2015
ARTIST»
VENUE»

Der Redakteur dieses Berichts hat sich lange gegen diesen Bericht gesträubt. Red City Radio sind für ihn eine Ausnahmeband im Genre „Punkrock“. Ihre Texte sind intelligent, haben einen ungeheuren Wiedererkennungswert und Garret Dales Stimme kann man trotz seiner rostigen Note, als Aushängeschild der Band präsentieren. Umso trauriger ist man nach dem Konzert im Kölner Luxor.

Doch beginnen wir am Anfang: Die Band aus Oklahoma City fängt pünktlich um 21 Uhr ihr Set mit A Joke Without Words an. Die Stimmung ist, wie auch beim letzten Mal, eher verhalten. Kein Problem, wir haben ja noch genug Zeit die Show in Schwung. Denkt man zumindest noch in dem Moment. Das Konzert plätschert so vor sich hin. Two Notes Shy of an Octave wird erstmalig mit etwas Bewegung quittiert, angeführt von einem 1,90 m Rastamann der die vorderen Reihen gut durchwirbelt. Nach dem Song verzieht man sich kurz nach draußen, um ein Gespräch mit einem Ohr mitzuhören, was einer Hiobsbotschaft gleicht. „Wie lange spielen die noch?“ – „Eine halbe Stunde. Höchstens, dann ist aber auch Schluss.“. Aha, natürlich. Der Vierer ist gerade mal 15 Minuten auf der Bühne, da wird schon über das Ende diskutiert. Also nichts wie rein und zumindest die 30 mickrigen Minuten noch einmal Vollgas geben. „Set sail for a new horizon by dawn!“ ertönt von den gefühlt ersten drei Reihen bei No One Believes in Moons & Goochers. Während die ersten Zeilen von Show Me On The Doll Where The Music Touched You erklingen, stationieren sich auf allen Seiten die sogenannte Pogoheckenschützen. Die Art von Leuten findet es besonders lustig, die Menge innerhalb ihres Kreises einen Ellenbogen in den Rücken zu rammen und nach vorne zu schmeißen. Natürlich ohne sich selbst dafür einen Schritt zu bewegen. Zum Glück ist man in Köln sehr tolerant was die eigene Schmerzgrenze betrifft, ansonsten hätte das Konzert gut und gerne in einer wüsten Schlägerei geendet.

Am Ende werden es dann doch 55 Minuten, inklusive einer Zwei-Song-Zugabe. Die Band wirkt sichtlich zufrieden, bedankt sich mehrfacht beim gut gefüllten Luxor und geht von der Bühne. Zwar erfreut sich die Band aus Oklahoma City in Europa wachsender Beliebtheit, dennoch bleibt nach diesem Konzert ein ganz fieser Beigeschmack. 55 Minuten Spielzeit und ein langweiliges Publikum sorgen dafür, dass man versucht das Konzert im nahegelegenen Irish Pub mit Guiness und Newcastle möglichst schnell vergessen zu machen und sich nur ausschließlich an die Stärken der Band zu erinnern.