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Slash featuring Myles Kennedy and The Conspirators – Apocalyptic Love Tour – E-Werk / Köln

Slash featuring Myles Kennedy and The Conspirators - Apocalyptic Love Tour - E-Werk / Köln

Keine Frage, Mr Saul Hudson hat den Rock n´ Roll mit dem ganz, ganz großen Löffel gefressen. Ob mit Guns ´n´ Roses, mit Velvet Revolver, mit Snakepit, oder nun mit den Conspirators – er ist sich und seiner Musik immer treu geblieben. Und seinem Outfit übrigens auch.

So sieht er, als er um 21.oo Uhr die Bühne, der völlig Ausverkauften, alten Industriehalle betritt aus wie er schon vor 30 Jahren auf der Bühne aussah. Schwarze Hose, schwarzes Shirt, schwarzer Zylinder, verspiegelte Aviator, dazu Gibson Les Paul und Marshall.

Mit ihm, sind natürlich noch Sänger Myles Kennedy, Gitarrist Frank Sidoris, Bassist Todd Kernes und Schlagzeuger Brent Fitz beim einzigen Gig in Deutschland dabei. Aber mal ehrlich, ich glaube an dem Abend war kein einziger zahlender Gast da, weil er die Stimme von Kennedy oder die Loops von Kernes(der übrigens einen sehr gelungenen Auftritt als Gitarrist und Sänger mit dem Support –Ginger Wildheart hatte) so mag. Es soll die große, bunte Slash Show werden, und das wird sie auch.

Songs dazu hat er ja genug gesammelt in den letzten Jahren. Und so spielen sie Songs aus allen Dekaden seines Schaffens und von allen oben genannten Slash Kapellen.

Den Anfang macht “Halo” – von der aktuellen Band. Dann ist, wie auch schon auf der letzten Tour, der zweite Song gleich ein Knaller. Denn wenn wir ehrlich sind, ebenso wie alle gekommen sind um Slash zu sehen, so sind auch alle da um Guns ´n´ Roses zu hören. Und Slash gibt dem Volk was es will. “Nighttrain” ! Und der Zug rast mit Vollgas! Überhaupt ist Band echt in Spiellaune, auch wenn ein bisschen Selbstvertrauen den anderen Mitgliedern gut tun würde. Wenn man mit Slash auf der Bühne steht, muss man schon eine Diva á la Axl Rose, oder Scott Weiland sein um überhaupt war genommen zu werden. Dabei beherrschen die Protagonisten ihr Handwerk aus dem Effeff. Auch Velvet Revolvers “Slither” oder Shlash´s Snakepits “Been There Lately” sind für Myles Kennedy kein Problem. Der Mann ist echt gut. Vielleicht ruft ihn mal jemand an und sagt es ihm. Übrigens auch das von Todd Kerns gesungene “Doktor Alibi” braucht sich vor keinem zu verstecken. Allerdings gerade bei etwas langsameren Stücken wie “Not for me” oder “Starlight” glänzte der von Alter Bridge bekannte Mr Myles Kennedy schon richtig. Da hat er das Publikum endlich mal für sich.

Aber zurück zu Guns ´n´Roses – “Civil War”, ein episches, mit einem Gitarrensolo wie auf der Use Your Illusion Tour, gespieltes “Rocket Queen”, ein unglaublich energievolle, dahin gerotzte und dreckige Version von “You´re Crazy”, die selbst Duff McKagan neidisch machen würde, und natürlich “Sweet Child O´ Mine” sind die Highlights des Abends.

Erinnert ihr euch noch, an das minutenlange “Godfather Theme” das Slash immer vor “Sweet Child O´Mine” spielte? So spielt er jetzt ein ähnlich beeindruckendes und ebenso langes Solo vor “Anastasia”. Die Zeit hat sich eben doch geändert. Und es hätte mehr davon geben müssen, schließlich ist “Apocalyptic Love” ein zu tolles Album, um auf Tour als G ´n´ R Cover Band verstanden zu werden. Jedoch, ein letzter, und wirklich allerletzter Ausflug in die 90´er… Denn wie schon bei den Gunners seiner Zeit ist auch hier “Paradise City”, mit obligatorischem Silber Regen, das letzte Lied des Abends.

Und als Slash nach ziemlich exakt zwei Stunden, um 23.oo Uhr einen seiner sehr wenigen Ausflüge ans Mikrofon macht, und feststellt „Das war ein verdammt großartiges Konzert – vielen Dank”, klingt es ein bisschen als spreche er mit sich selbst. Aber Recht hat er!

Setlist:

  • Halo
  • Nighttrain (Guns ´n´ Roses)
  • Ghost
  • Standing In The Sun
  • Back From Cali
  • Been There Lately (Slash´s Snakepit)
  • Civil War (Guns ´n´ Roses)
  • Rocket Queen (Guns ´n´ Roses)
  • No More Heroes
  • Shots Fired
  • Doctor Alibi (gesungen von Todd Kerns)
  • You´re Crazy (Guns ´n´ Roses gesungen von Todd Kerns)
  • Not For Me
  • Starlight
  •  Anastasia
  • You´re A Lie
  • Sweet Child O´ Mine (Guns ´n´ Roses)
  • Slither (Velvet Revolver)
  • ———
  • By The Sword
  • Paradise City (Guns ´n´ Roses)
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JJ