Studentenrapper unter Schienen – Watsky im Yuca, Köln 4.10.2016

DATUM» 05.10.2016
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Schlangen füllen sich vor den Bahnhofstoren im Westen von Köln. Der Club Bahnhof Ehrenfeld und seine kleine Schwester, das Yuca, laden heute, an diesem kalten Oktoberabend, zu zweifachem Hip Hop ein. Neben dem großen Namen Ghostface Killah (ehemals Wu Tang Clan), gastiert in letzterem Club George Watsjy. Dass der 29-jährige noch kein allzu großer Name in Deutschland ist, kann nur an schlechter Vermarktung liegen, denn an Technik, Kreativität und einer unglaublichen Bühnenpräsenz hapert es dem – böse Zungen sagen – „Studentenrapper“ nicht. Glück für die ca. 250 Gäste, dass sie den Mann aus San Francisco im beschaulichen Yuca erleben zu dürfen. Um ca. 21 Uhr betritt der Act des Abends mit Backgroundsängerin und Live-Band die Bühne und stimmt die Leute mit Wechselgesang auf die nächsten 80 Minuten ein, die es in sich haben werden: Von Stage Dives, erhobenen Mittelfingern gegen Donald Trump zu Pink Lemonade und gefühlt tausend Händen in der Höhe, ist alles dabei was das Hip-Hop Herz höher schlagen lässt. Bereits zu Beginn haut Watsky mit Moral of the Story (unbedingt das Musikvideo dazu anschauen) einen Klassiker heraus. Die Hooks übernimmt an diesem Abend weitestgehend Backgroundsängerin Camilla, die es später sich nicht nehmen lässt, einen eigenen Song alleine mit ihrer monströsen Engelsstimme und einer kleinen Konzertgitarre, die eher wie eine Ukulele aussieht, dem Publikum zu präsentieren. Verlegen lächelt die junge Dame, als das Publikum im Takt zum Song im Takt mitschnipst und den simplen Refrain nach einmaligem Hören textsicher mitsingt. „You guys are so nice.“ Gern geschehen! Und jetzt weiter mit Hip Hop!

Doch zuerst gibt es Obst. Heilsbringer Watsky wirft Äpfel, Pfirsiche und sogar eine verdammte Ananas in die Menge und kündigt auf einer Zitrone kauend den nächsten Song an. „Sei nicht nett, sei nicht nett!“, brüllen 250 Kehlen dem Sänger entgegen. Zwei Mittelfinger und der Song Don’t Be Nice ist seine Antwort. Nach einem letztmaligen Abtauchen in der Menge und einem Mördersolo des Gitarristen, bedankt sich Watsky bei jeder einzelnen Person im Publikum, an der Bar, sogar beim Tourbusfahrer „for killin‘ shit tonight!“ Im Anschluss gibt es eine Wasserfontäne aus seinem Mund für die ersten Reihen. Ist das schon Wrestling oder noch Hip Hop?

Der Auftritt konnte sich sehen lassen. Trotz der „nur“ 80 Minuten hat es der Künstler aus San Francisco geschafft das Publikum schweißnass und gut duftend (zermatschten Pfirsichen im Gesicht sei Dank) den Weg nach draußen zu zeigen. Das Showkonzept aus Klamauk und Double Times macht Lust auf mehr und es würde einen nicht wundern, wenn man ihn bei der nächsten Tour vor mehr Leuten und in einer anderen, größeren Location zu Gesicht bekommt.

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