„Bringing Back The Head Bang“ – Suicide Silence – 2014 Underground, Köln

Suicide Silence Bandfoto

Nach dem Tod von Sänger Mitch Lucker stand es nicht gut um die Zukunft von Suicide Silence. Nach einem Jahr der Trauerphase entschloss sich die Band, ihren Weg weiter fortzusetzen und sich ihrer Leidenschaft, der Musik, zu widmen. Mit dem ehemaligen All Shall Perish Sänger Eddie Hermida wurde „You Can’t Stop Me“ im Sommer diesen Jahres veröffentlicht. Nach ausführlicher Ami-Tour werden nun in Europa mit neuer Stärke die Bretter zerlegt.

Fit For An Autopsy eröffnen im ausverkauften Underground unter vollem Haus den Abend. Für ihre erste Europa-Tour läuft es sehr gut. Deathcore-Insider kennen und lieben die Band, für alle anderen ist es ein musikalischer Genuss, denn die New Jersey-Boys treffen mit ihrem neuen Album „Hellbound“ den Nerv des Publikums: Viele Breakdowns, Blastbeats und aggressives Geshoute. Nate Johnson wirkt am Mikro sympathisch und gelassen. Hier wird Eindruck hinterlassen.

Für die Australier Thy Art Is Murder gibt es in Köln immer viel Freude und Glücksgefühle, zumindest, wenn es nach Sänger Chris Mcmahon geht. Seit ihrer ersten Tour 2011 in Europa war bisher jede Show in Köln immer ausverkauft und auch heute zeigen sich die Aussies von ihrer besten Seite. Ihr Album „Hate“ ist live noch um einiges grooviger und hitziger als auf der CD. Es liegt besonders an den energiereichen Bewegungen von Chris, der sich direkt nach dem zweiten Song mit seinem Mic an der Deckenbehängung des Undergrounds zu schaffen macht. Er klettert wie ein echter Spiderman! Währenddessen moshen und headbangen sich die Kölner vor der Bühne leer. Meine absolute Lieblingsband in Sachen modernen Death Metal! Leider sind sechs Songs für diese Band zu wenig. Hoffentlich sehen wir uns hier bald in ausverkaufter Club-Atmosphäre wieder.

Der Headliner wird schon heiß erwartet, da dröhnt schon das Intro zu „Inherit the Crown“ aus den Boxen. Eddie wird von den Fans herzlich empfangen und er zeigt sich auch dankbar, in dem er aus seinen Lungen alles holt, was er kann. An alten Songs wie „No Pity for a Coward“ oder an neuen wie „Sacred Words” passt er seine Stimme ideal an und imitiert Mitch nicht nur, sondern setzt dezent seine eigene Note, ohne wirklich viel zu verändern. Hier wurden sich viele Gedanken um die Vocals gemacht! Der neue Anstrich steht Suicide Silence gut. Zunächst ist das Publikum etwas zurückhaltend, doch im Laufe des Sets kommt es zur Circle Pits und der erwarteten Partystimmung. Nicht nur die Band ist froh, dass ihr neuer Schritt von allen geschätzt wird, auch viele Fans freuen sich, dass diese Herren weiter guten Death produzieren. Zum Schluss gibt es zum Auspowern „You Can’t Stop Me“ und „You Only Live Once”. Ein wirklich gutes Set aus allen Epochen der Band!

Es bleibt nur zu sagen, dass Suicide Silence noch lange nicht am Ende ist. Wir können uns freuen, dass Eddie endlich wieder Musik macht und das mit seinen Freunden aus seiner Heimat. Und nicht nur die Band und wir wären stolz auf ihn, sondern Mitch bestimmt auch.