„Rock am Ring – 30 Jahre sind nicht genug“ – Das Buch zum Festival!

VERÖFFENTLICHUNG» 26.11.2014
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Christof Graf Rock am Ring - 30 Jahre sind nicht genug bei Amazon bestellen

Die Messer sind gewetzt – Ende Mai und Anfang Juni 2015 startet der Kampf um den Festivalthron. Ein Veranstalter hat den Namen und dreißigjährige Erfahrung, der andere die kultige Spielstätte. Das Line-up gefällt mir auf beiden Seiten gut. Der Vorverkauf scheint aber traditionell für „Rock am Ring“ besser zu laufen. Kein Wunder, blickt dieser Name doch auf eine jahrzehntelange Tradition zurück und kann auf treue Fans hoffen. Die „Grüne Hölle“ (das neue Festival am alten Standort) muss sich erst einmal etablieren und einen Namen machen.

Als Rock am Ring vor dreißig Jahren startete, wurden auch hier noch kleine Brötchen gebacken. 1985 waren es 16 Bands an zwei Tagen. Es stand nur eine Bühne, aber immerhin waren 75.000 Besucher dort. Mit Foreigner, Saga, Marillion, U2 und Westernhagen gab es eine Liste an Bands, die man auch heute noch gerne in dieser Zusammenstellung sehen würde. Und die erste Legende wurde ebenfalls geboren: Selbst RAR-Jünger, bei denen das rein altersmäßig gar nicht hinhauen kann, wollen sich daran erinnern können, Bono Vox beim Balanceakt auf dem Dach der Festivalbühne zugeschaut zu haben.

Bis 1988 ging die Zuschauerzahl auf 30.00 zurück und es gab ein vorläufiges Ende des Festivals. 1991 feierte es dann als dreitägiges Event Wiederauferstehung. Was nach dem Ende bleibt, ist die Erinnerung an einzigartige Tage in der Eifel. Die Erlebnisse auf den Zeltplätzen werden quasi über Generationen weiter erzählt. Ob der neue Standort in Mendig das auch leisten kann, bleibt abzuwarten.

Schon zum 25jährigen Jubiläum hat Veranstalter Lieberberg ein Buch heraus gegeben, das den Mythos Rock am Ring in Wort und Bild fassen sollte. Das ist in Teilen gelungen (vor allem als geschichtsträchtiges Fotoalbum), doch der journalistische Aspekt blieb weitestgehend auf der Strecke. Jetzt hat Christof Graf mit „30 Jahre sind nicht genug“ eine andere Herangehensweise. Der Journalist, der von Anfang an bei Rock am Ring mit dabei war, setzt ebenfalls auf eine Vielzahl von Fotos, welche die Historie des Festivals dokumentieren, verknüpft diese aber mit interessanten Hintergrundgeschichten und Anekdoten aus den Festivaljahren.

Es ist unterhaltsam zu lesen, wie Graf seine Wundertüte öffnet und aus dem Nähkästchen plaudert. Über exzentrische Künstler, das Geschehen hinter den Kulissen, geheimnisvolle Backstage-Pässe und mysteriöse Konzerte auf dem Zeltplatz. Die Geschichte von Rock am Ring ist auch ein Stück Musikhistorie. Wir erleben mit, wie Legende entstehen und wieder vergehen, welche Rolle die Toten Hosen in der Ring-Geschichte spielen und wie es zunehmend unwichtiger wurde, welche Bands nun eigentlich beim Festival auftreten.

Christof Graf schreibt in lockerem Stil und man folgt seinen Gedankengängen gerne. Der Journalist schmeißt auch mal mit statistischen Zahlen um sich, gibt ihnen aber nicht zu viel Raum. Bands und Zuschauer stehen immer im Vordergrund. Die Letzten Seiten geben einen Einblick in den quälenden Rechtsstreit um das Ende des Festivals am alten Standort und den Kampf um die Namensrechte. Das ist ja schon Geschichte, wie wir wissen. Ein Ausblick berichtet vom neuen Festivalgelände und den ersten Bandnamen für 2015. Eine nostalgisch angehauchte Chronik widmet sich ein letztes Mal in Jahreszahlen dem Nürburgring bis zur Gegenwart (Stand: Oktober 2014). Damit scheint dieses Kapitel abgeschlossen und beide Veranstalter sollen 2015 ihr Können zeigen. Christof Graf schließt die Buch-Doku zu „Rock am Ring“ als runde Sache ab. Nächstes Jahr um diese Zeit werden wir mehr dazu wissen, welcher Standort eine nachhaltige Zukunft hat. Für Fans alter und neuer Tage ist dieses Buch auf jeden Fall ein Muss!