Pink Floyd – die definitive Biographie von Mark Blake

Wer eine Biographie zum Thema Pink Floyd „definitiv“ nennt, hat sich einiges vorgenommen. Die Wälzer, die es schon gibt, können einige Regalreihen füllen. Sie beschäftigen sich mit einzelnen Alben, einzelnen Bandmitgliedern, einzelnen Epochen. Doch keines ist so umfassend wie dieses Pink Floyd Kompendium. Der Londoner Autor Mark Blake war stellvertretender Herausgeber fürs Q Magazine und hat auch für das renommierte Mojo geschrieben. Seine Werke über Queen, Keith Richards und Bob Dylan sind legendär.

Der Wälzer ist im Original im Jahr 2013 erschienen und startet einleitend mit dem nie für möglich gehaltenen Reunion-Konzert, das 2005 für „Live 8“ im Hyde Park stattfand. Nach dieser Anfangssequenz geht es weit zurück in die Anfangsjahre der Band. Blake hat Interviews mit gefühlt Hunderten von Leuten geführt, die alle irgendwie mit der Geschichte von Pink Floyd zu tun hatten. Das führt zu einer sehr detailreichen Auseinandersetzung, die manchmal auch ermüdend sein kann. Doch die Lektüre lohnt sich.

Selten wurde so objektiv über die einzelnen Bandmitglieder mit ihren Eigenheiten berichtet. Syd Barrett bekommt breiten Raum eingeräumt. Die einzelnen Alben und die Liveproduktionen werden genau beleuchtet. Auch die schweren Zeiten werden nicht ausgelassen: Rechtsstreitigkeiten und Anfeindungen, die tragischen Momente. Das breit angelegte Solowirken der Bandmitglieder findet ebenfalls umfassende Erwähnung.

Eigentlich hätte ich gedacht, „Inside Out“ von Nick Mason sei das ultimative Buch zum Thema Pink Floyd. Doch von Mark Blake kann man noch einiges Neues erfahren. Seine akribische Recherchearbeit zahlt sich aus. Und mit dem umfangreichen Schlagwort-Index am Ende des Buches kann man es durchaus als Nachschlagewerk nutzen. Zur Illustration gibt es zwei Fotostrecken mit Hochglanzfotos. Die Aufmachung sowie der Inhalt sind absolut gelungen.