2Cellos: Klassik-Pop-Crossover aus einem anderen Universum, dem „Celloverse“

VERÖFFENTLICHUNG» 30.01.2015
BEWERTUNG» 7 / 9
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2Cellos ist das Projekt der jungen kroatischen Cellisten Luka Sulic und Stjepan Hauser. Beide haben eine klassische Musikausbildung absolviert und sind als Konzert-Solisten erfolgreich. Berühmtheit außerhalb der Klassik-Szene bescherte ihnen ein YouTube-Video ihrer atemberaubenden Performance von Michael Jacksons „Smooth Criminal“. Ähnlich wie die Piano Guys haben sie sich mit solchen Crossover-Aktionen eine stetig wachsende Fangemeinde erspielt.

Inzwischen können sie bereits die ganz großen Hallen füllen und das dritte Album „Celloverse“ wurde heiß erwartet. Große Besonderheit ist es auch diesmal wieder, dass das Duo auf bombastische Orchesterbegleitung verzichtet und sich ganz auf die Cello-Instrumentierung verlässt. Selbst nötige Percussion-Elemente werden auf den Instrumenten eingespielt. Das hört sich im CD-Format fantastisch an und dürfte live noch größeren Eindruck schinden.

Die Songauswahl ist für Klassik-Spezialisten ohnehin extremst extravagant. Als Ouvertüre gibt es Iron Maidens „The Trooper“ vermischt mit Rossinis „Wilhelm Tell“. Grandios, wie diese Stücke ineinander greifen und einen schnellen Parforce-Ritt durch die Musikgeschichte erlauben. Und später AC/DCs „Thunderstruck“, das mit einem virtuosen Stakkato aufwartet und donnernde Rhythmus-Elemente zu bieten hat.

Michael Jackson muss natürlich auch dabei sein und „They Don’t Care About Us“ erfährt eine spannende Umsetzung. Noch mehr Pop? Auf jeden Fall. „Hysteria“ von Muse bildet den Bombast im kleinen ab und Stings „Shape Of My Heart“ kommt auch ohne Text sehr lyrisch daher. Hier kann das Cello als äußerst ausdrucksvolles Melodieinstrument glänzen.

Die beiden Protagonisten sind absolute Meister auf ihren Instrumenten und überzeugen mit ihrer neuen Crossover-Idee auf ganzer Linie. Zum Abschluss gibt es mit „Celloverse“ sogar eine Eigenkomposition. Natürlich mag die Songauswahl unter Fans der Originalbands für Unmut sorgen, doch wenn man die virtuose Interpretation hört, kann man eigentlich nur versöhnt sein. Sie kennen bei Konzerten keine Grenzen und begeistern ihr Publikum nicht nur, wenn sie Bach und Vivaldi spielen, sondern auch, wenn sie richtig abrocken (live mit Drummer!). Im Juni kann man die Show in Deutschland erleben.

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  1. #MusikMittwoch in der Hör-Bar | Buchstabensuppe

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