a-ha: Nichts ist in Stahl gegossen – der Rücktritt vom Rücktritt

VERÖFFENTLICHUNG» 04.09.2015
BEWERTUNG» 6 / 9
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Mit „Ending On A High Note“ ging 2010 in Oslo das letzte Kapitel einer Ausnahmeband über die Bühne. Es war der Zeitpunkt für einen würdigen Abschluss nach einem erfolgreichen letzten Nummer-1-Album und Morten Harkets Solokarriere stand schon in den Startlöchern. Doch was jetzt? Das Trio tat sich nicht nur zusammen, um den 30jährigen Geburtstag des Debüts mit einem großen Konzert zu feiern. Es gibt tatsächlich ein neues Studioalbum und Tourdaten für 2016 sind ebenfalls angekündigt.

Über die Gründe zu spekulieren ist müßig. Vermutlich hat Morten Harket erkannt, dass es doch nicht so einfach ist, seine Solostücke ohne den Markennamen der Band einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Also zurück zum Altbewährten. Mit dem zehnten Album „Cast In Steel“ schlagen Harket, Gitarrist Paul Waaktaar und Keyboarder Magne Furuholmen ein neues Kapitel auf. Verspielte Harmonien treffen auf bombastisch arrangierte Melodien und der Wiedererkennungswert ist sofort da. Trotzdem hat man das Gefühl, dass viele Songs auch auf einem Harket-Soloalbum Platz gefunden hätten. Das Klangbild aus Keyboards und Streichern ist sehr glatt und poplastig.

Auch wenn die Rückkehr zum Popsound der Anfangstage augenscheinlich ist, fehlt mir doch der innovative Funke der Anfangszeit. Zu sehr klingt das Trio nach einer Kopie seiner selbst. Dabei allerdings nicht wirklich schlecht. Die neuen Stücke sind sehr verträumt und melancholisch. Pop für Erwachsene – das auf jeden Fall. Doch auch nach mehrmaligem Hören bleibt bei mir kein Track so richtig hängen. Das Geplätschere wird vor allem durch Morten Harkets einzigartige Stimme ordentlich belebt. Das war es dann aber auch. So groß und zielsicher wie „Foot Of The Mountain“ ist „Cast In Steel“ noch lange nicht. Lassen wir es ein wenig wachsen, wenn a-ha auf große Tour gehen. Danach sieht die Welt vielleicht schon wieder ganz anders aus.