Andreas Gabalier mutiert zum „Mountain Man“

VERÖFFENTLICHUNG» 15.05.2015
BEWERTUNG» 7 / 9
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Mit seiner Sendung „Sing meinen Song“ hat es Xavier Naidoo 2014 geschafft, vor allem für zwei Sänger einen großen Popularitätsschub auszulösen: Zum einen natürlich für Gregor Meyle, der seitdem in aller Munde ist, zum anderen aber auch für Andreas Gabalier.

Dessen Coolness-Faktor ist seit den Sendungen auch für mich extrem gestiegen. Was vorher noch aufgesetzt und bemüht schien, bekam plötzlich einen realen Hintergrund. Die Liebe zur Musik, die Schicksalsschläge – da hat es gemenschelt. Und das Image als Volksrock’n’Roller war gar nicht mehr so schlimm. Mehr noch: Es gewann an Authentizität.

Jetzt sieht der Österreicher sich also als „Mountain Man“, den Superhelden aus den Bergen. Man kann sich über diese Verballhornung aufregen – oder aber die Selbstironie bewundern. Mir ist Andreas Gabalier inzwischen ungemein sympathisch, und so kann ich auch verkraften, dass in einer Mischung aus AC/DC-Riffs, Volksmusik und mundartlichem Gesang „We Salute You“ das Album eröffnet. Ein glänzender Opener!

Es folgen vor allem mit Rockmusik durchsetzte volkstümliche Weisen, wie wir das schon von den Zillertaler Schürzenjägern gekannt haben. Andreas Gabalier macht sein Ding aber noch eine Spur größer, hymnischer – verzichtet auf Anbiederungen. Und neben dem ganzen Haudrauf-Kram gibt es auch wundervoll ruhige Perlen wie „Das kleine Haus“ und gar den kritischen Song im Liedermacher-Stil „A Meinung haben“.

Andreas Gabalier hat viele Facetten. Er bietet ein breites Spektrum zwischen Humor und Nachdenklichkeit, lauten und leisen Tönen, selbst eine Prise Politik. Auch seine Coverversion des Disney-Klassikers „Probiers mal mit Gemütlichkeit“ hat es mir angetan. 13 Songs, die man sich stressfrei anhören kann.