Ann Sophie: Macht man so aus Silber Gold?

VERÖFFENTLICHUNG» 24.04.2015
BEWERTUNG» 7 / 9
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Sie trat nach dem Rückzieher von Andreas Kümmert sozusagen als zweite Wahl beim Eurovision Song Contest in Wien an und holte am Ende für Deutschland keinen einzigen Punkt. Man kann Ann Sophie dafür nun mitleidig oder hämisch belächeln. Eigentlich muss man ihr aber Respekt zollen für ihren entspannten und sogar humorvollen Umgang mit dieser Niederlage. Und man könnte sich auch dafür interessieren, was die junge Sängerin denn musikalisch außer dem Wettbewerbssong „Black Smoke“ noch so zu bieten hat.

Gelegenheit dazu gibt ihr aktuelles Album, auf dem sich Ann Sophie durchaus vielfältig präsentiert. Zwar geht ein Großteil der Songs in eine ähnliche stilistische Richtung: „Jump the Gun“, „Get Over Yourself“  oder auch der Titelsong „Silver Into Gold“ – den die Sängerin übrigens im Gegensatz zu den meisten anderen Stücken selbst geschrieben hat – sind ambitionierte Popsongs mit einem düster-verruchten Touch. In „I Don´t Know Where I´m Going“ wird zwar das Tempo ordentlich angezogen, die Grundstimmung aber bleibt.

Mich überzeugt die Sängerin dann erstmals richtig mit dem eindringlichen „Lie To Me“. Über dem angenehm sparsamen Arrangement kann sich ihr ausdruckstarker Gesang hier so richtig herzzerreißend entfalten. Überhaupt stehen Ann Sophie die ruhigen und einfachen Songs richtig gut, wie beispielsweise auch „Changing Lights“. Als bekennender Fan von wehmütigen Piano-Balladen bin ich von „I Believe“ natürlich ohnehin begeistert, aber auch „Still That Girl“ nimmt mich mit, mit seinem Groove und dem dynamischen Gegensatz zwischen Strophe und Refrain.

Insgesamt ist „Silver Into Gold“ ein wirklich ordentliches Pop-Album, das auch für diejenigen etwas zu bieten hat, die von Ann Sophies ESC-Song nicht so überzeugt waren. Von mir gibt’s jedenfalls gute 7 Sterne statt null Punkte.