Frau? Mann? Eine Naturgewalt! Asaf Avidan und sein neues Album “Gold Shadow”

VERÖFFENTLICHUNG» 23.01.2015
BEWERTUNG» 7 / 9
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Asaf Avidan sorgt in seiner israelischen Heimat schon seit einigen Jahren für Furore und ausverkaufte Konzerte. Inzwischen ist man auch in der westlichen Welt auf den talentierten Sänger und Songwriter aufmerksam geworden. Seine Musik ist in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich. Zunächst ist da die Ausnahmestimme von Asaf Avidan, der mit seinem androgynen Falsett wie eine Frau vom Format einer Janis Joplin klingt und immer ungeheure Leidenschaft in seine Songs legt. Zudem hat der musikalische Spannungsbogen einige Überraschungen zu bieten.

Nach seinem erfolgreichen Debüt-Album „Different Pulses“ folgt nach fast zwei Jahren mit „Gold Shadow“ das zweite Album des israelischen Musikers. Es wird eine neue Ära in Avidans Karriere einläuten, denn der Künstler unterstreicht auch mit seinem neuen Werk, dass er zu den faszinierendsten Stimmen und vielseitigsten Geschichtenerzählern seiner Generation gehört. Musikalisch bewegt er sich zwischen Folk, Blues und Rock – gerne mal mit mysteriösen Einsprengseln und immer so, als würde Adele endlich den Titelsong des neuen James Bond einsingen.

Der 34-jährige Sänger verarbeitet in „Gold Shadow“ seine gescheiterten Liebesbeziehungen. Jeder Song erzählt eine eigene Geschichte. So entsteht eine kaleidoskopartige Vielfalt, der man sich nicht entziehen kann. Er singt ein Klagelied über das Scheitern von Beziehungen, ohne dass diese überhaupt beendet waren. Mit der ersten Auskopplung „Over My Head“ gibt der israelische Künstler einem gebrochenen Herzen eine neue Heimat und zeigt, in welche Richtung sich das Album bewegt. Inspiriert von den verschiedensten Musikstilen schafft Avidan einen grandiosen Musik-Mix.

Manche Songs sind eine Hommage an den Pop der 50er, andere verneigen sich vor dem Big-Band-Jazz der 30er. Folk-Balladen im Stil der 60er treffen auf Blues-Dramen und üppige Synthesizer aus dem Jahr 2014. „Gold Shadow“ ist wirklich Entertainment für die Ohren, wenn man sich denn darauf einlässt und keine Mainstream-Unterhaltung erwartet. Auf jeden Fall ein spannendes Album zum Jahresbeginn mit einem wirklichen Ausnahmesänger.