Avicii erzählt Geschichten für den Dancefloor

VERÖFFENTLICHUNG» 02.10.2015
BEWERTUNG» 7 / 9
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Wenn ein Debütalbum wie Aviciis „True“ abgefeiert und mit Preisen überhäuft wird, kann der Nachfolger zum großen Risiko für einen Künstler werden. Genau dieser Herausforderung hat sich Avicii mit Nachdruck gestellt und präsentiert sein neustes Werk „Stories“. Die Singles „For A Better Day“ – eine satte, aufmunternde und moderne Ballade – sowie der soundtrackartige, an HipHop angelehnte Track „Pure Grinding“ dienen als Paradebeispiel für Aviciis Fähigkeit, sowohl traditionelle als auch elektronische Elemente in seiner eigenen Musik miteinander verschmelzen zu lassen. Und natürlich „Waiting For Love“, das deutlich in die Kerbe haut, die „Wake Me Up“ vor drei Jahren hinterlassen hat.

Dabei ist Tim Bergling, geboren 1989 in Schweden, sehr experimentell. Er testet viele Stile an, bleibt aber dennoch seinem Avicii-Sound treu und bietet einen hohen Wiedererkennungswert. Der Titel „Stories“ ist nicht willkürlich gewählt. Während sich im Dancefloor-Milieu ansonsten viel um das Thema „rhythmische Bewegungen im Spannungsfeld zwischen Tanzen und Sex“ dreht, versucht Avicii tatsächlich, Geschichten zu erzählen. Von Menschen, ihren Visionen – und dem Leben in Stockholm. Schade nur, dass man die Lyrics im Booklet nicht nachlesen kann.

Aviciis Stärke sind die kraftvollen Tracks. Wer seinen Horizont über die Singlehits hinweg erweitern will, hört „Broken Arrows“ oder „True Believer“. Da geht es weg vom Mainstream hin zu einem innovativen Sound. Oder „Talk To Myself“ und „Touch Me“, die alte Disco-Zeiten zum Leben erwecken. Die Gesangsparts übernehmen ganz unterschiedliche Sänger, die passend zum jeweiligen Style ausgewählt sind. Celeste Wait, Zak Abel und Chris Abel – Vocals fürs große Ganze. Auch Fans von „Hey Brother“ kommen auf ihre Kosten, wenn „Trouble“ als moderner Countrysong ertönt.

Mit seinem zweiten Album bestätigt Avicii seinen Rang als einer der weltweit einflussreichsten Dance-Musiker seiner Generation. Seine Kreativität scheint noch lange nicht erschöpft zu sein.