Britpop lebt noch – Big Skies mit ihrem Debütalbum „Never Going Home“

VERÖFFENTLICHUNG» 07.11.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Big Skies sind eine der großen Hoffnungen im Bereich Psychedelic/Britpop und zeigen dies mit ihrem Debütalbum „Never Going Home“ mehr als eindrucksvoll. Die Mittzwanziger, welche von London nach Berlin zogen um Musik zu machen, ehren mit ihrem gewollt dreckigen Sound Bands wie The Stooges und The Stone Roses in moderner Art und Weise. Sie beweisen, dass es nicht immer der typische 08/15-Sound sein muss um etwas Kreatives und Wertvolles zu erschaffen.

Gleich mit dem Opener „Evening Sun“ zeigen die vier Wahlberliner ihr Können. Eingängige Gitarrenriffs finden ebenso leicht ihren Weg in den Gehörgang wie flüssige Basslinien. Über allem schwebt die sehr beruhigende Stimme von Sänger und Gitarrist Jim Cubitt.

Obwohl Big Skies ihren Sound konsequent ohne große Spielereien durch das ganze Album hindurch ziehen, gelingt es Ihnen doch immer wieder mit allen Instrumenten unaufdringliche Akzente zu setzen, um so die Stimmung zu verändern. Kommt man sich bei „Stay Alive“ noch stellenweise wie bei einer Reise durch Atlantis vor, findet man sich beim wohl komplettesten Song des Albums „Cherry Coke“ auf einem Konzert der Stooges wieder. Gitarren im Klang der Kinks, abwechslungsreiche Drums, der verrauchte Gesang und ein absolut fangendes Solo machen diesen Song zum Highlight der Platte.

Angenehm wird das Hören von „Never Going Home“ auch durch die kurzweiligen Songs. Da bleibt man dem Britpop treu und setzt auch mal auf zwei bis drei Minuten lange Lieder. Immer wieder habe ich den Eindruck, dass Joy Division ein nicht allzu kleiner Einfluss sind, wenn auch in einer nicht ganz so düsteren Weise.

Alles in allem ist das Debüt von Big Skies mehr als gelungen und kann jedem, der auf Musik von The Stooges, Mary Chain oder  aber auch Oasis steht, ans Herz gelegt werden.