BOY geben ihrem zweiten Studioalbum „We Were Here“ einen elektronischen Touch

VERÖFFENTLICHUNG» 21.08.2015
BEWERTUNG» 8 / 9
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Vier lange Jahre mussten die Fans des beliebten Songwriter-/Pop-Duos BOY seit deren Debüt von „Mutual Friends“ auf ein neues Album warten. Während dieser Zeit ist das in Hamburg beheimatete Duo durch die ganze Welt getourt und hat unzählige ausverkaufte Konzerte, sowie einen Erfolg nach dem anderen gefeiert. Bereits 2011 bekamen sie den Hamburger Musikpreises HANS in der Kategorie „Hamburger Nachwuchs des Jahres“ überreicht, 2012 folgte dann die Goldene Schallplatte.

Nun ist es aber endlich soweit, mit „We Were Here“ präsentieren die aus Zürich stammende Sängerin Valeska Steiner und die Hamburgerin Sonja Glass ihr neues, mit nur neun Songs etwas sehr kompaktes, aber erfrischendes zweites Studioalbum zum wiederholten Mal auf Grönland Records (Herbert Grönemeyer). Der Sound ihrer neuen Songs ist die logische Weiterentwicklung des noch sehr puristisch anmutenden Debütalbums, welcher sich nun stärker über die elektronische Komponente definiert. Hiermit verlassen sie das von allen so geliebte rein akustische Terrain, die Zartheit und Zerbrechlichkeit wird jetzt teilweise durch mehr Stärke und einen energetisch voluminöseren Pop-Sound ersetzt.

Der zeitweise Hall auf Valeskas‘ Stimme, die breitere Instrumentierung und die Synthies deuten nun Größeres an und verschaffen dem Album einen Hauch von der großen weiten Welt. Dennoch gelingt es ihnen durch eine abwechslungsreiche Mixtur, die nach wie vor wunderschönen Melodien mit einem neuen glitzernden Musikgefühl zu verbinden und uns mit ihren Pop-Ohrwürmern in ihren Bann zu ziehen.

Der starke Titelsong „We Were Here“ war im Grunde schon vor Albumveröffentlichung ein echter Radiohit und auch „Fear“ hat so eine einprägsame Melodie, die man einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommen kann. „Hotel“ haben uns BOY bereits 2012 bei ihrer Tour als neuen Song vorgestellt, der von der Stimmung ein wenig an „Drive Darling“ erinnert. In „New York“ und der Ballade „Into the Wild“ schimmert etwas mehr die frühere gesangliche und kompositorische Ursprünglichkeit des Vorgängeralbums durch und lässt unsere Gedanken in die Ferne schweifen oder uns in Träumen verlieren.

BOY hat in „We Were Here“ eigentlich nichts von ihrem fesselnden Zauber verloren, im Gegenteil. Die Einflüsse des Erlebten der letzten Jahre spiegeln sich sowohl in ihren Texten als auch in der musikalischen Veränderung wieder und bereichern hiermit ihre durchweg gelungenen Songs. Für meinen Geschmack ist das Album mit nur neun Songs etwas sehr schmal geraten, deshalb gibt es hier eine Stern Abzug in der B-Note. Trotzdem, oder auch gerade deshalb, läuft das stimmungsvolle Album bei mir zurzeit gerade rauf und runter und macht mächtig Lust auf eins ihrer Live Konzerte.

Wem es gelingt noch ein Ticket zu ergattern, der kann sich glücklich schätzen, denn die meisten Konzerte sind bereits restlos ausverkauft.