Bring Me The Horizon und der neue Geist: „That’s The Spirit“

VERÖFFENTLICHUNG» 11.09.2015
BEWERTUNG» 7 / 9
ARTIST»
LABEL» ,
Bring Me The Horizon That

Gerade einmal 28 Jahre alt ist Bring Me The Horizon-Gründer und -Frontmann Oli Sykes. Und doch veröffentlichte die britische Formation am 11. September 2015 mit „That’s The Spirit“ bereits ihr fünftes Album. Die Band schafft schon seit einigen Jahren den Spagat, Hardcore und Elektro auf kongeniale Weise miteinander zu vereinen. Das mag Fans der ersten Stunde befremden, denn Screams und aggressive Riffs finden sich nur noch akzentuiert und relativ selten auf dem Album. Wenn man einen Song wie das abschließende „Oh No“ hört, wird die Herkunft aus dem Deathcore-Lager gekonnt und endgültig verschleiert. Einen solchen Titel kann man auch im Mainstream-Radio spielen.

Selbst der aussagekräftige Opener „Doomed“ geht leicht von der Hand und kommt sehr zurückhaltend aus den Boxen. Die elf Songs des Longplayers entstanden unter der Regie von Sykes und BMTH-Keyboarder Jordan Fish in den Black Rock Studios auf der griechischen Insel Santorin, wo in den vergangenen unter anderem Joe Bonamassa, Steve Harris und OneRepublic aufgenommen hatten. Im Vorfeld hatte das aus Sheffield stammende Quintett bereits drei Songs veröffentlicht: am 12. Juli erschien der Track „Happy Song“, der sich sofort an die Spitze der UK Rock and Metal-Charts setzte, und jüngst ließ die Band mit „Throne“ eine zweite Auskopplung folgen. Darüber hinaus findet sich im Tracklisting der bis dato größte Bring Me The Horizon-Hit „Drown“, der sich im Oktober 2014 auf Position 17 der britischen Charts platzieren konnte.

Zum Glück liefern diese trotz des Schielens in Richtung Charts keine seichte Unterhaltung. Der Härtegrad ist zwar zurück gefahren, doch Bring Me The Horizon bieten weiterhin großartige Rocksongs. Es geht halt mehr in Richtung Linkin Park und Konsorten. Der manchmal recht balladeske Gesang wird durch Synthesizer und Kinderstimmen unterstützt. Das bewirkt eine poppige Ausrichtung, macht das Album aber äußerst vielseitig. Hier stecken eine Menge Einflüsse drin, die man den Hardcore-Heroen nicht zugetraut hätte. Der Stilwechsel, den die Band konsequent betreibt, lässt ihre Musik niemals langweilig werden.