Carly Rae Jepsen, die Gute-Laune-Queen

VERÖFFENTLICHUNG» 19.09.2015
BEWERTUNG» 6 / 9
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Etwas piepsig hört sich die Stimme von Carly Rae Jepsen ja schon an – das aber auf eine äußerst charmante Art und Weise. Die Gute-Laune-Queen erreichte 2007 den dritten Platz bei „Canadian Idol“ und überzeugte fünf Jahre später mit ihrem Single-Hit „Call Me Maybe“ weltweit. Zudem wurde das Duett „Good Time“ mit Owl City zu einem Sommerhit. Gute Vorzeichen also für das zweite Major-Album, das den verklausulierten Titel „E*MO*TION“ trägt.

„Ich habe mir bewusst etwas mehr Zeit gelassen für den Nachfolger, weil ich ein Pop-Album aufnehmen wollte, das echten Tiefgang hat und meine Gefühle widerspiegelt. Ich hatte das Glück, mit ein paar meiner Lieblings-Autoren und -Produzenten arbeiten zu dürfen, und gemeinsam haben wir Songs aufgenommen, auf die ich stolzer nicht sein könnte“, so Carly über das Album. Aufgenommen und produziert wurde es in Los Angeles, New York und Stockholm. Unterstützung bekam Jepsen von etlichen Top-Produzenten und hochkarätigen Co-Autoren, unter anderem von Sia, Greg Kurstin (Kelly Clarksons), Peter Svensson (Cardigans, Ariana Grande), Ariel Rechtshaid (Madonna), Mattman & Robin (Tove Lo, Taylor Swift), Rostam Batmanglij (von Vampire Weekend), Devonté Hynes (alias Blood Orange) und Shellback (Maroon 5, Taylor Swift).

Die Songs bieten eingängigen, stimmungsvollen Synthiepop, der an die 80er Jahre erinnert. Die genannten Produzenten stehen für qualitativ hochwertige Arbeit und Auskopplungen wie „I Really Like You“ und „Run Away With Me“ bieten genügend Hitpotential für die Radiocharts. Vergleiche zu der poppigen Seite von Taylor Swift kommen nicht von ungefähr. Der Sympathie-Level für Carly Rae Jepsen liegt dabei ganz oben, doch wir erfahren wenig von ihrer Persönlichkeit. Es sei denn, sie ist wirklich in einem Zustand des Dauergrinsens, was aber dem Albumcover entgegen stünde.

Nach „Call Me Maybe“ beklagte sich die Künstlerin, dass sie zwar einen Welthit, aber kein erfolgreiches Album hat. Jetzt scheint sie den umgekehrten Weg zu gehen. Ein wirkliches Potential zum Dauer-Ohrwurm hat keiner der Songs, doch im Gesamten ist das Album sehr stimmig. Die Bandbreite an Emotionen könnte bei einem solchen Albumtitel aber größer sein.