David Guetta will weg vom ewigen Beat: „Listen“

VERÖFFENTLICHUNG» 21.11.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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David Guetta ist allgegenwärtig und weder aus der internationalen Dance-Szene, geschweige denn aus dem aktuellen Chart-Geschehen wegzudenken. Der gefeierte französische DJ und Erfolgsproduzent hatte vor drei Jahren mit „Nothing But The Beat“ ganze neun Singles gleichzeitig in den Top 100 der Media Control Single Charts. Und vor allem bei „Titanium“ mit der wunderbaren Sia an den Vocals ist die Nachhaltigkeit bis heute groß.

In den vergangenen drei Jahren hat Guetta sein letztes Album in erweiterter Version neu heraus gebracht, einzelne neue Songs als Appetizer veröffentlicht und vor allem eine Reihe von Musikpreisen eingesackt. Jetzt aber steht das sechste Album an, das den einfachen und prägnanten Titel „Listen“ trägt. Dabei wissen wir doch, dass es mit einfachem Anhören nicht getan ist. David Guetta sorgt gerne mal für enthusiastisches Pop-Entertainment.

In diesem Sinne ist die Legion der stimmlichen Unterstützer erneute groß: Birdy, The Script, Sam Martin, John Legend, Nicki Minaj, Emeli Sandé – doch der größte Glücksfall ist wieder die stimmgewaltige Sia. „Bang My Head“ haut ordentlich rein und „The Whisperer“ lebt zu Piano- und Streicherklängen ganz von Sias fantastischer Stimme.

Alles in allem sind die Songs nicht ganz so eingängig und hittauglich wie im letzten Release. Guetta holt nicht so weit aus, verzichtet auf überbordende Elektronik und beschränkt sich eher auf kleine aber feine Pop-Schmankerl. Dubstep, Avicii als Mitproduzent bei „Lovers On The Sun“, die weltmusikalischen Elemente von „Lift Me Up“, hier ein wenig House, da etwas HipHop. Die Titel sind, wie Guetta selbst sagt, songbasiert produziert. Das unterscheidet das neue Album von der bisherigen Herangehensweise und macht von der Titelgebung Sinn: Diesmal steht der Beat nicht im Mittelpunkt.

Ich erinnere mich an einen DJ im Vorprogramm von Mika, der die Guetta-Songs bunt mit aktuellen Charthits vermischte und eine Art Über-Maxi zu schaffen versuchte. Verständlich, dass Guetta seinen Style nicht unendlich ausleben will, sondern nach künstlerischem Anspruch sucht. Mit den neuen Songs mag ihm dies gelungen sein, es führt aber auch zu einer Pop-Beliebigkeit. Der Wiedererkennungswert ist ein Stück weit verloren gegangen.