Die Dorfrocker machen „Holz“

VERÖFFENTLICHUNG» 17.04.2015
BEWERTUNG» 5 / 9
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Volksmusik hat grundsätzlich provinziellen Charakter – da setzt dann der Bandname der Dorfrocker auch selbstironisch an. Und um dem Ganzen noch einen drauf zu setzen, trägt das aktuelle Album den Titel „Holz“. Ihr wisst schon: Im Wald, da wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen, haben die Jungs ein Brett vorm Kopf und die Mädels Holz vor der Hütte. Den Wortspielen sind keine Grenzen gesetzt.

Markus, Tobias und Philipp Thomann sind Brüder und echte Jungs vom Land. Und es ist eine ganz junge Truppe. Das mag man dann nicht mehr Volksmusik nennen, sondern versucht es jugendlicher: Partyrock. So wie früher die Zillertaler Schürzenjäger und heute Voxxclub das machen. Auch durch Andreas Gabalier hat das Genre in den letzten Monaten an Renommee gewonnen.

Immerhin ist das „Holz“-Album auf Platz 4 der deutschen Charts eingestiegen. Wer momentan in Sachen Partyrock unterwegs ist, kommt um dieses Brüder-Trio nicht mehr herum. Zwar sind Karneval und die Apres-Ski-Zeit vorbei, aber stattdessen ruft Malle laut im Hintergrund. Die Musik der Dorfrocker stößt auf eine riesige Fangemeinde. Wer sich darauf einlässt, bekommt stimmungsvolle Gute-Laune-Kracher kombiniert mit angedeuteten Rockhymen und einfühlsamen Akustik-Songs.

Die Texte sind alles andere als künstlerisch wertvoll, entwickeln sich aber zu Ohrwürmern (besonders dann, wenn der Promillegehalt stimmt). Beispielhaft für den zweideutigen und pubertären Inhalt stelle ich mal zwei YouTube-Videos unten ein. Einmal Karneval, einmal Rock.

Abschließend bleibt zu sagen: Es gibt zünftige Feste mit Oktoberfest-Charakter, bei denen diese Musik hervorragend funktioniert. Das frivole Drumherum gehört einfach dazu. Wer mit solchen Gelagen nichts anfangen kann, wird vermutlich auch um die Musik der Dorfrocker einen hohen Bogen machen.