Eminem zelebriert mit „Shady XV“ 15 Jahre Shady Records

VERÖFFENTLICHUNG» 24.11.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Es gibt zwar im Jahr 2014 kein neues Album von Eminem, aber zumindest einen Sampler des Labels Shady Records, der unveröffentlichtes Material des amerikanischen Rappers enthält. Grund ist das 15jährige Bestehen des Labels – daher trägt die Compilation auch den Titel „Shady XV“. Das Paket besteht aus zwei Discs, die „X“ und „V“ betitelt sind.

Die Geschichte von Shady Records begann im Jahr 1999 und viele der 14 Releases, die seither erschienen sind, dürfen als Meilensteine der jüngeren Rap-Geschichte gelten: Angefangen beim Platin-Debüt von D12, „Devil’s Night“, über den Soundtrack zu „8 Mile“, 50 Cents „Get Rich or Die Tryin’“ (2003) und dessen Nachfolger („The Massacre“, „Curtis“, „Before I Self Destruct“) bis hin zu „The Re-Up“ von Eminem und „Hell: The Sequel“ von Bad Meets Evil. Damit hat das Label kontinuierlich den HipHop-Zeitgeist definiert und geprägt.

Die CD „X“ enthält bisher unveröffentlichte Songs der Künstler, die aktuell bei Shady Records unter Vertrag stehen. Neben Eminem sind das Bad Meets Evil, D12, Slaughterhouse und Yelawolf. Scheibe „V“ hingegen ist eine Best Of der Veröffentlichungen aus den letzten 15 Jahren und enthält demnach auch Songs illustrer Ehemaliger wie 50 Cent und Obie Trice.

Das Shady-Repertoire für Hartgesottene also. In Ermangelung eines neuen Eminem-Werks werden sich Fans sicher an den Tracks ergötzen, die hier das Licht der Welt erblicken. An zehn der 13 neuen Titel ist Meister Shady schließlich persönlich beteiligt – und für wahre Fans sind da einige Perlen bei: Der aggressive Eröffnungssong „Shady XV“ erinnert an alte Zeiten. „Psychopath Killer“ funktioniert als stimmgewaltige Kollaboration von Slaughterhouse mit Yelawolf und Eminem. Gastsängerin Sia ist immer eine Bank und ihre Melodielinie zu Eminems „Guts Over Fear“ einfach fantastisch. „Fine Line“ lässt Eminem mit seiner Berühmtheit hadern – altes Thema, aber gut umgesetzt.

Auf „V“ dann einige große Hits aus der großen Zeit der Shady-Acts. Ganz oben natürlich „Lose Yourself“, das sich als Bonus auch in der originalen Demoversion einfindet. Dazu kommen eine ganze Reihe von 50 Cent-Klassikern: „I Get Money“, „P.I.M.P.“, „Wanksta“ und „In Da Club“ ermöglichen hier mal wieder den direkten Vergleich der ganz Großen.

Ein Jahr nach „The Marshall Mathers LP2“ erscheint mit „Shady XV“ das ultimative Greatest-Hits-Paket aus dem Hause Shady Records, das nicht nur das 15-jährige Bestehen des Labels zelebriert sondern zugleich ganz klar nach vorne schaut – mit 13 neuen Tracks. Wie wichtig Eminem, der außerdem als Executive Producer der Doppel-CD fungiert, dieser Blick in die Zukunft ist, unterstreicht die Wahl der zweiten Single-Auskopplung, denn dafür reicht er das Mikrofon weiter an Newcomer Yelawolf, dessen Track „Till It’s Gone“ bei VEVO schon über eine Million Views verzeichnet und den jüngsten Zuwachs der Shady-Familie ein für alle Mal ins Rampenlicht rückt.