Faithless 2.0 – Schlaflos in London

VERÖFFENTLICHUNG» 09.10.2015
BEWERTUNG» 7 / 9
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Als Danceact sind Faithless weiterhin eine Bank – wenn ihre Zeit in den Singlecharts auch eindeutig vorbei ist. Die Mischung aus Trip Hop und handgemachter Dancefloor-Musik funktioniert sowieso vor allem auf den Tanzflächen der angesagten Clubs. Und da ist der Name Faithless noch heute ein lautes Jubeln wert. Es ist also nicht nötig, sich neu zu erfinden. Trotzdem nennt die Band ihr aktuelles Album „Faithless 2.0“ und liefert damit eine Kombi aus Remix- und Best-of-Collection.

CD 1 enthält Remixe der größten Faithless-Erfolge von Szenestars wie Avicii, Armin van Buuren, Tiesto und Eric Prydz. Den Reiz der Compilation macht aus, dass sie wie ein Endlos-Mix aufgebaut ist und die Songs ineinander übergehen. Man kann sich die großen Hits also am Stück geben, eingerahmt von „Insomnia“, das stilprägend für die Tanzszene der 90er Jahre war und bis heute unerreicht ist. Avicii und Co. haben es mit der Remix-Arbeit übrigens nicht übertrieben und zeigen genügend Ehrfurcht vor den Originalen. Das ist wohltuend und beweist, dass die Musik von Rollo, Sister Bliss und Maxi Jazz auch im Jahr 2015 noch Bestand hat.

Das demonstriert auch die Hit-Zusammenstellung auf CD 2, die ebenfalls mit „Insomnia“ startet und von „Mass Destruction“ über „God Is A DJ“ bis hin zu „Salva Mea“ die wichtigsten Tracks des Trios auf einen Schlag bietet. Nicht zu vergessen Didos zauberhafte Vocals auf „One Step Too Far“ und „Feelin‘ Good“.

Als Wermutstropfen bleibt nur, dass es seit 2010 keine neuen Songs von Faithless mehr gab. „I Was There“, das sich inmitten den Remix-Versionen versteckt, ist da auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Eigentlich traurig, wenn man das Gefühl hat, dass eine Band ihrem einen großen Erfolgshit ständig hinterher laufen muss. Aber ich ertappe mich selbst dabei, wie ich jeden nachfolgenden Song mit der Impulsivität und der Kreativität von „Insomnia“ vergleiche und diese dann auch stets vermisse. Es lebe die Schlaflosigkeit!