Gamma Ray werten ihr Debüt „Heading For Tomorrow“ ordentlich auf

VERÖFFENTLICHUNG» 24.07.2015
BEWERTUNG» 8 / 9
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Nach vier Jahren als Sänger, Gitarrist und Songwriter verließ Kai Hansen 1988 die Power-Metaller von Helloween. Man schiebt es auf Probleme mit dem Management – auf jeden Fall ein herber Verlust für die Band aus Hamburg, dass das Gründungsmitglied von Bord ging. Fast im gleichen Atemzug gründete er die Band Gamma Ray, die bis heute Bestand hat und sich größter Beliebtheit erfreut. Klar werden sie oft mit Helloween verglichen – und haben für mich im direkten Wettstreit auch häufig das Rennen gemacht.

25 Jahre ist das offizielle Debüt nun her und man hat sich der monumentalen Aufgabe gestellt, den gesamten Gamma Ray-Katalog als Deluxe-Doppel-CDs neu auf den Markt zu bringen. Die Original-Alben werden von der Band völlig neu präsentiert: CD1 enthält jeweils neu gemasterte Versionen sowie alle B-Sides, während CD2 jeweils rarem Bonusmaterial gewidmet ist. So enthalten die Bonus CDs alte und neue Live-Aufnahmen, brandneue Studio Recordings, exklusive Demo-Versionen und alternative Versionen.

Kai Hansen sagt dazu: „Vor zwei Jahren ist unser Studio in Hamburg abgebrannt und damit auch Unmengen von Erinnerungen und Original Tapes. Aber wir alle haben unsere Privatarchive durchsucht und einige musikalische Raritäten und Highlights für die Fans finden können. Wir sind stolz darauf, unsere Babies nochmal in einem neuen Style mit einem brandneuen Coverartwork von Hervé Monjeaud und neuem Sound, einem fantastischen Remastering von Eike Freese und Alex Dietz, zu veröffentlichen.“

Spannend am Debüt ist allemal, dass zunächst Ralf Scheepers an den Vocals tätig war und Hansen sich auf seine Rolle als Gitarrist und Songwriter beschränkte. Eigentlich eine gute Arbeitsteilung – doch man weiß ja seit 1994, dass Kai auch hier als Frontmann eine gute Figur macht. In den Demo-Versionen kann man die Klassiker „Heaven Can Wait“, „Money“ und „The Silence“ mit seiner Stimme und zum Teil mit anderen Textpassagen hören. Damit soll Ralfs Leistung gar nicht geschmälert werden, doch die alternative Version hat durchaus ihren Reiz.

Einen großen Sprung nach vorne macht das Artwork, das dem Original-Cover angelehnt ist, aber ihm ein fantastisches Fantasy-Flair verleiht. Auch hier: alles richtig gemacht. Der Klassiker erfährt durch Bonus-Tracks und die zweite CD eine deutliche Aufwertung. Man kann in Erinnerungen schwelgen und das Werk neu erleben. So darf es gerne weiter gehen.