„Götz Alsmann am Broadway“ – der deutsche Entertainer nimmt sich amerikanische Klassiker vor

VERÖFFENTLICHUNG» 24.10.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Deutschsprachige Musik liegt ihm an Herzen und in der Vergangenheit hat er schon so manchen Jazzschlager aus der Versenkung geholt, aber auch zahlreiche eigene Lieder geschrieben. Aktuell plündert der Entertainer Götz Alsmann allerdings die musikalischen Schätze anderer Länder. Nach „Götz Alsmann in Paris“ mit deutschsprachigen Versionen französischer Chansons folgt nun „Götz Alsmann am Broadway„, eine Hommage an die Klassiker des Great American Songbook.

Elf Tage lang haben Götz Alsmann und die vier Musiker seiner Band im legendären Sear Sound Studio in New York verbracht und 18 amerikanische Evergreens mit deutschen Texten und neuen Arrangements eingespielt. Die Originale – von „Broadway“ über „Serenade in Blue“ bis zu „Till There Was You“ – sind bereits unzählig oft von den verschiedensten Künstlern interpretiert worden, und fast jeder hat irgendeine berühmte Version im Ohr. Die deutschsprachigen Versionen sind allerdings kaum bekannt, obwohl die deutschen Texte oft schon früh entstanden und beispielsweise gerne im Radio gespielt wurden. Götz Alsmann hat diese meist gelungenen und gut singbaren Übersetzungen weiter ausgegraben und interpretiert sie in seiner unnachahmlich lässig-eleganten Art.

Der Sound des Album ist typisch für die Götz Alsmann Band und so klingen die Songs alle sehr jazzig und sind teilweise auch weit von den Vorlagen entfernt. Mit dem romantischen „My Favorite Things“ aus dem Musical „The Sound of Music“ hat das swingende „Meine kleinen Schwächen“ nur noch wenig gemein, und auch „Ich hätt getanzt heut Nacht“ gerät viel intimer und verspielter als das bekannte Original. Mut zum Kitsch beweisen die Musiker mit der „Mondnacht am Meer“ („Blue Moon“), und „Einsamkeit“ („Yesterdays“) verbreitet sanfte Melancholie. Meist jedoch ist die Grundstimmung der Stücke heiter und von Alsmanns beschwingtem Klavierspiel,  perlendem Xylophon oder Glockenspiel, groovender Bassgitarre und fein dosierter Percussion geprägt. Und natürlich hat jeder Titel sein eigenes Instrumentalsolo.

Zum positiven Gesamteindruck des Albums trägt auch die liebevolle Gestaltung des Booklets bei, in dem sich neben aussagekräftigen Schwarz-Weiß-Fotos auch Informationen zum gesamten Projekt und sogar detailliert zu den einzelnen Komponisten finden. Und es lohnt sich, die CD nach dem letzten Titel noch im Player zu lassen, denn dann erklingt  eine witzige deutsche Version von „Singing in The Rain“, von Götz Alsmann allein an der Ukulele vorgetragen. Wer den Entertainer und seine Musik mag, wird sich auch von „Götz Alsmann am Broadway“ begeistern lassen – und man darf gespannt sein, welche Stadt er mit seiner Band als nächstes unsicher macht!