Hauseigene Musik für den nächsten Moshpit – The Untold mit „Chains“

VERÖFFENTLICHUNG» 03.01.2016
BEWERTUNG» 7 / 9
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Das Siegerland ist bekannt für viel Feld, viel Land und einen eher konservativen Schlag an Menschen. Es kommt nicht selten vor, dass nichtsahnend die letzte Motörhead-Platte (Ruhe in Frieden, Lemmy) durch die Kopfhörer ballert und man auf einmal in die grimmigen Augen von Passanten starrt, deren Blicke soviel sagen wie: „Was ist das? Das ist zu laut! Mach das leise!“ Alles soll eben so bleiben, wie es ist. Die Routine hat hier das sagen. Zum Thema Musik kann man von den ansässigen Leuten ohnehin so viel erwarten, wie Tore von einem Einbeinigen.

Dass Siegen in der Region jedoch eine Ausnahme für sich bleibt und die Kleinstadt sich nicht mit ihren Musikern verstecken braucht, beweist man mit der Modern Hard Rock Band The Untold nun aufs Neue: Im Jahre 2011 erblickte die Sechser Kombo um Sänger Carsten Weber das Licht der Welt. Schnell folgten erste Festivalauftritte und Headliner-Gigs im Siegener Umland . Nun ist die Band mit einer neuen EP am Start: Chains heißt das gute Stück und beinhaltet fünf Songs. Gleich der Titeltrack der Platte kann mit einem Hauch Epos und Carstens bebender, fast schon prophetischer Stimme, auf ganzer Linie überzeugen. Auch die vier anderen Lieder, allen voran das brachiale Last Dance zeigen, dass die Platte wie in einem Guss runter geht, fast schon als seien die fünf Songs, Puzzleteile eines Ganzen. Man wummst, hämmert und brüllt sich durch Metallica zu Alter Bridge, hinüber zu Baroness und Ghost – zwar alles schon mal irgendwo gehört, aber weiter schlimm ist das auch nicht.

Der Band kann man nur für die Zukunft alles Gute wünschen. Der Sound ist natürlich keine Neuerfindung des eigenen Genre, jedoch auf jeden Fall eine gute Abwechslung um sich auch mal bei der nächsten Party mit hauseigener Musik in den Pit zu stürzen.