Jethro Tull: „Minstrel In The Gallery – 40th Anniversary La Grandé Edition“

VERÖFFENTLICHUNG» 01.05.2015
BEWERTUNG» 8 / 9
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Der Nächste bitte: Jetzt feiert „Minstrel In The Gallery“ von Jethro Tull Jubiläum. 40 Jährchen hat das Teil schon auf dem Buckel. Fans der Band haben sowieso inzwischen ein ganzes Bücherregal für die neu editierten Alben frei geschaufelt. Bei „Thick As A Brick“ sah das ja noch wie ein kleiner Gag am Rande aus. Aber das Backstein-Format, äh, ich meine die Hardcover-Deluxe-Box, hat sich bei den weiteren Releases mehr als durchgesetzt. Und verdammt – das sieht auch wirklich edel aus an der Wohnzimmerwand.

Das Album entstand, während man mit „War Child“ auf Tour war. Alle Kompositionen stammen von Ian Anderson. Aufgenommen wurde es innerhalb von zwei Monaten in Monte Carlo. Auffällig ist erneut die Vielfalt von Streicher-Arrangements hin zur akustischen Gitarre und natürlich Ians Virtuosität an der Querflöte. Dabei war es zudem das rockigste Werk seit dem Meilenstein „Thick As A Brick“. Kein Wunder, dass es auch ohne echte Single die Charts stürmte. Fans denken mit wohligem Gefühl an das erste Hören von „Baker St. Muse“, diesem viertelstündigen, progressiven Meisterwerk, das sich als Suite dem Leben eines Straßenmusikers widmet.

Disc 1 enthält das remasterte Originalalbum plus sieben Bonustracks. CD 2 enthält eine Live-Aufnahme aus der legendären Olympia-Halle in Paris vom 5. Juli 1975, die ein paar Monate vor der Veröffentlichung von „Minstrel In The Gallery“ mitgeschnitten wurde. Darauf finden sich dann auch Klassiker wie „My God“ inklusive „Living In The Past“, „Aqualung“ und „Locomotive Breath“. Ganz klar ein Leckerbissen für Nostalgiker.

Die DVDs enthalten DTS & DD 5.1 Surround-Mixe sowie einen 96/24 PCM Stereomix und den 8-minütigen Film, den die Band am 6. Juli 1975 in Paris drehte. Dass Steven Wilson wieder seine Hände im Spiel hat, braucht man nicht extra zu erwähnen, oder? Der Perfektionist holt mal wieder das letzte aus dem Soundmaterial raus. Der Vorwurf von Sterilität wird ihn inzwischen wohl verfolgen – doch so sind eben die Zeichen der Zeit. Wer Knisterklang will, legt die alte Schallplate auf, wer den reinen, störungsfreien Genuss sucht, greift zu den Arbeiten von Wilson.