Jördis Tielsch veröffentlicht ihr Debüt bei 105music

VERÖFFENTLICHUNG» 28.08.2015
BEWERTUNG» 7 / 9
ARTIST»
LABEL» ,
Jördis Tielsch Kleine Stadt, großes Kino bei Amazon bestellen

Obwohl ihr Album „Kleine Stadt, großes Kino“ offiziell als Debüt beworben wird, ist mir der Name Jördis Tielsch seit langem ein Begriff. Sie wurde nämlich von den A-cappella-Profis Wise Guys unter die Fittiche genommen und hat mit Dän Dickopf bereits in Eigenregie ein Studioalbum geschrieben, das sich schon seit einiger Zeit in meinem Regal befindet – hinzu kamen Demo-CDs voller Coverversionen und ein Weihnachtsalbum. Trotz ihrer jungen 20 Jahre hat Jördis also viel Erfahrung. Auch live, da sie mehrfach mit den Wise Guys vor großem Publikum aufgetreten ist.

Bei „Jugend musiziert“ hat sie eine Reihe von Preisen in den Bereichen Gesang und Violine abgeräumt. Im Studio und mit Band liegt ihr Fokus auf Akustik-Pop, angereichert mit Jazz- und Folk-Elementen. Jördis‘ Stimme klingt sehr reif und ich höre den poppigen Hymnen gerne zu. Textlich geht es um den unvermeidbaren, melancholisch-schönen Prozess des Erwachsenwerdens („Genau wie Du“) und um den euphorischen Schmetterlingsstau im Bauch („Herz ans Licht“). Jördis singt von den verwirrenden Tausend und Abertausend widerstreitenden Plänen, Ideen und Gedanken in ihrem Kopf („Nie allein“) und der Notwendigkeit, vorübergehend Abschied zu nehmen – um als man selbst zurückkommen zu können („Hinter dieser Tür“).

Obwohl es oft melancholische Ansätze gibt, lebt ihre Musik von einer stets präsenten Fröhlichkeit. Man spürt, dass die junge Frau seit Jahren einen Traum hat, und diesen nun mit Begeisterung lebt. Die Violine als Instrument spielt in den Songs eine große Rolle, nimmt aber den Vocals nie die Führungsrolle ab. Der größte Schwerpunkt liegt auf den Lyrics und den Bildern, die Jördis damit erzeugt.

Das Album erscheint beim Label 105music – und so verwundert es nicht, dass Jördis mit Frank Ramond zusammen arbeitet, der schon Künstler wie Annett Louisan und Roger Cicero ins Rampenlicht gebracht hat. Auch hier hat er in Zusammenarbeit mit der jungen Künstlerin einen guten Job gemacht und man erkennt das Potential, das uns in Zukunft vermutlich noch viel Schönes bescheren wird.