Die vier Ladys von Katzenjammer nehmen uns mit in ihr ganz persönliches „Rockland“

VERÖFFENTLICHUNG» 16.01.2015
BEWERTUNG» 8 / 9
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Vier bezaubernde Norwegerinnen, eine Menge akustischer Instrumente von Bass-Balalaika bis Glockenspiel, und Musik, die in keine Schublade passt – mit dieser Mischung begeistert die Band Katzenjammer bereits seit ihrem Debüt 2008. Mit ihrem dritten Studioalbum „Rockland“ gehen sie ihren unkonventionellen musikalischen Weg nun konsequent weiter.

Mit Unterstützung von ihrem bisherigen Songwriter Mats Rybø haben die vier Musikerinnen diesmal alle Titel des Albums selbst geschrieben und sich dabei von vielfältigen Stilrichtungen inspirieren lassen. So haben etwa Anne Marits und Mariannes Besuche in Nashville Spuren deutliche Spuren hinterlassen: Der Opener „Old De Spain“ klingt nach tiefstem Südstaaten-Blues, ebenso wie das melancholische „Driving After You“, und  „Curvaceous Needs“ ist eine schwungvolle, von Banjo dominierte Countrynummer.

Mit „Oh My God“ biegt das Album dann mal kurz in eine ziemlich experimentelle Richtung ab – raffinierte Percussion, ein dezentes Akkordeon, und ein heftiger Refrain vermischen sich zu einem faszinierenden Klangerlebnis – bevor es mit „Lady Grey“ in ruhige melodische Folk-Pop-Gefilde geht. Ich persönlich fühle mich ja dort ziemlich wohl, weshalb neben diesem Song auch das ähnlich gestrickte „My Dear“ zu meinen Lieblingsstücken gehört. Genauso kann mich aber das verrückte „My Own Tune“ begeistern, bei dem die Mädels mal wieder mit ungewöhnlichem Harmoniegesang glänzen und das eine ganz entzückende, atemberaubend schnelle norwegische Passage enthält.

Der Reiz des Albums liegt auf jeden Fall in seiner Vielseitigkeit und den Kontrasten zwischen den Songs. „Shine Like Neon Rays“ ist gepflegter Punk mit wohl absichtlich leicht unsauberen Harmonien, „Flash In The Dark“ umweht ein Hauch von Electro-Pop, und bei „Bad Girl“ kommt nochmal der Blues durch, der sich hier aber bis zu wilder Verzweiflung steigert. Der abschließende Titelsong „Rockland“ ist dann wieder ruhig und melodisch, gleichzeitig aber der eindringlichste des Albums und auch inhaltlich bedeutsam. Er basiert teilweise auf einem Gedicht von Allen Ginsberg – und so wie Rockland dort für eine psychiatrische Klinik steht, in der eigene Gesetze gelten, so ist der Begriff für Katzenjammer ein Symbol für ihr eigenes musikalisches Universum.

Die vier Musikerinnen fühlen sich in diesem Universum hörbar wohl – und als Zuhörer macht es einfach Spaß, „Rockland“ zu entdecken!