Knight Area und „Hyperdrive“: Neoprog aus Holland

VERÖFFENTLICHUNG» 17.10.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Knight Area starteten im Jahr 2004 ursprünglich als Soloprojekt. Es war der Holländer Gerben Klazinga, der das musikalische Projekt ins Leben rief und auch heute noch Keyboarder der Band ist. Nach Erscheinen des Debütalbums „The Sun Also Rises“ spornte der Erfolg die Mitglieder an, einfach weiter zu machen. Eine weise Entscheidung, denn nach einer Reihe von Besetzungswechseln ist „Hyperdrive“ bereits das fünfte Studioalbum von Knight Area und sie gehören zur europäischen Speerspitze des Prog.

Hyperdrive“ bietet gewohnt keyboardlastige Melodien in einer Mischung aus traditionellem Prog und Neoprog. Die getragenen Vocals von Mark Smit kommen vor allem in den hymnischen Balladen wie „The Lost World“ sehr gut. Im Allgemeinen klingt die Musik härter als noch zu Anfangszeiten, doch mit elegischen Keyboard-Soli drückt Klazinga der Band weiterhin seinen Stempel auf.

Die Songs sind meist im 5-Minuten-Bereich und damit im Progressive Rock eigentlich ungewöhnlich kurz. Die komplexen Arrangements und Smits leidenschaftlicher Gesang lassen das Proggie-Herz aber durchgängig höher schlagen. Stark wird es vor allem an den wenigen Stellen („Bubble“), wo sich mehrere Gesangslinien zur polyphonen Melodie vereinen. Die Nähe zu Spock’s Beard ist in diesen Momenten schon frappierend, während Knight Area sich ansonsten stärker an Progmetallern wie Dream Theater orientieren.

Knight Area liefern mit „Hyperdrive“ erneut ein durchweg gutes Album ab, das durch seinen Facettenreichtum und das instrumentale Können der Bandmitglieder glänzt. Wer gerne die oben genannten Bands hört oder sich an Alben von IQ, Pendragon oder Arena ergötzt, wird sicher auch an „Hyperdrive“ Gefallen finden. Neoprog vom Feinsten, der sich stärker als die Genre-Kollegen an den Vorbildern aus den 70er Jahren orientiert.