Led Zeppelin: Abschluss der Remaster-Reihe

VERÖFFENTLICHUNG» 31.07.2015
BEWERTUNG» 8 / 9
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Was tut man im Sommerloch, wenn sich die Trägheit in Deutschland ausbreitet? Ausgebüxte Hunde suchen, in Talkshows Flüchtlingskinder streicheln oder mal eine wirklich ordentliche CD kaufen. In der momentanen Hitzeperiode gab es nur eine Band, der es gelang, die Dominanz deutschsprachiger Musik in den Charts zu brechen. Und verdammte Axt – das mit drei Alben, die ursprünglich in den Jahren 1976 bis 1982 erschienen sind.

Jawoll, so ist es. Die Veröffentlichungsserie aller Led Zeppelin-Alben als Remaster mit Companion-Bonus-Disc endet mit einem Paukenschlag, denn größer könnte der Triumph für die letzte Runde der Re-Issues gar nicht sein: Nachdem „Led Zeppelin IV“ und „Physical Graffiti“ in die Top-5 einstiegen und „Led Zeppelin I-III“ sowie „Houses Of The Holy“ in den Top-20 landeten, haben sich nun die frisch veröffentlichten Deluxe-Editionen „Presence“, „In Through The Out Door“ und „Coda“ gemeinschaftlich in die Top 10 der deutschen Albumcharts katapultiert. Sie belegen die Platzierungen Nummer 9 („In Through The Out Door“), Nummer 6 („Presence“)  und Nummer 5 („Coda“, mit dem vorher nie veröffentlichten Track „Sugar Mama“ auf einer der beiden dazugehörigen Companion Discs).

In „Presence“ geht es um Verluste und Rückschläge. Grund dafür ist sicher Robert Plants Autounfall, den er kurz vor den Aufnahmesessions hatte. Es ist Led Zeppelins härtestes Album mit deutlichen Ausschlägen in Richtung Heavy Metal. Auf der Bonus-CD gibt es einige alternative Mixe. Nichts Weltbewegendes. Neu ist allerdings das Instrumental „10 Ribs & All / Carrot Pod Pod“. „Presence“ ist als letztes großes Werk von Led Zeppelin in die Geschichte eingegangen.

Es folgte 1979 „In Through The Out Door“, das schon im Titel die Schwierigkeit behandelt, sich gegen den aufkommenden Punk durchzusetzen. Da Jimmy Page und Robert Plant persönliche Probleme hatten, wurde das Album vor allem von John Paul Jones dominiert, was einen ausufernden Keyboard-Sound zur Folge hatte. Die Companion Disc bietet alle Songs im Rough Mix, der allerdings keine spektakulären neuen Facetten hinzufügt, sondern alles in allem recht dumpf klingt.

Nach einer chaotischen Europatournee und dem Tod John Bonhams lösten sich Led Zeppelin 1980 offiziell auf. Das neunte Album „Coda“ ist eben dies: eine Art „Anhang“, der aufgrund vertraglicher Verpflichtungen auf den Markt gebracht wurde. Es enthielt nicht veröffentlichte Studio-Einspielungen und Live-Aufnahmen aus der gesamten Schaffenszeit der Band. Da bleibt auch noch genügend Raum für weitere unveröffentlichte Tracks, die hier auf gleich zwei Companion Discs verteilt wurden.

Die Reihe der neun Led Zeppelin-Wiederveröffentlichungen in Deluxe-Ausgaben ist eine der erfolgreichsten Re-Issues der Musikgeschichte. Alle remasterten Alben stiegen in mehreren Ländern hochplatziert in die Charts ein, und schon vor einigen Monaten wurde der Reihe der „Reissue Of The Year“-Award durch Ultimate Classic Rock verliehen. Sämtliche Alben wurden von Gitarrist Jimmy Page neu gemastert, produziert und um bisher unveröffentlichtes Material ergänzt. Die komplette Reihe macht sich hervorragend im Regal geneigter Musikliebhaber.