Leonard Cohen auf Welttournee: das 3-CD-Set „Live In Dublin“

VERÖFFENTLICHUNG» 28.11.2014
BEWERTUNG» 7 / 9
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Mit inzwischen 80 Jahren ist Leonard Cohen immer noch sehr agil unterwegs. 2008, im Alter von 74 Jahren, trat der Künstler nach langer Bühnenabstinenz erstmals wieder live auf. Die Reaktion von Publikum und Kritikern war enthusiastisch, und so ist in den vergangenen Jahren eine beachtliche Anzahl von Auftritten hinzugekommen: 470 Shows in 31 Ländern mit vier Millionen Zuschauern bestritt Leonard Cohen seit dem Comeback.

Leonard Cohen ist einer der größten Songwriter unserer Zeit. Er ist nicht nur als Musiker, sondern darüber hinaus als Dichter, Romanautor, Maler und Zeichner tätig. Sein umfangreiches Werk begeistert bis heute Millionen Fans. Mit Cohens Songs und Texten, in denen er spirituelle, romantische oder politische Themen erkundet, inspirierte er zahllose zeitgenössische Musiker und Schriftsteller. Seine Alben verkauften weltweit 23 Millionen Exemplare. Im März 2008 wurde Leonard Cohen in die „Rock & Roll Hall Of Fame“ aufgenommen. In Lou Reeds Worten, der damals die Laudatio hielt, wurde die Bedeutung von Cohens Werk noch einmal deutlich. „Für mich”, so Reed, „nimmt er unter den Songwritern eine Sonderstellung ein, er ist einer der wichtigsten und einflussreichsten Vertreter des Genres.” 2010 wurde der Songwriter mit einem Grammy für sein Lebenswerk geehrt.

Die Coverversionen seiner Songs, vor allem „Hallelujah“, sind Legion – doch es ist immer wieder schön, die Originale aus seinem Mund zu hören. Mit „Live In Dublin“ liegt uns eine komplette Leonard Cohen-Show vom 12. September 2013 in der irischen Hauptstadt vor. An jenem Abend in Dublin, im Rahmen seiner ausverkauften Welttournee, präsentierte der Songwriting-Grandseigneur dem begeisterten Publikum nicht nur Songs seines 2012er Albums „Old Ideas“. Im Programm waren auch sämtliche Highlights seiner großartigen Karriere. Auf der Bühne wurde er dabei von einer Band unterstützt, die unter Fachleuten als die beste gilt, die Cohen je begleitete, und die großen Anteil an den überschwänglichen Konzertkritiken hatte.

Das Programm wird zum Querschnitt durch alle Epochen seines musikalischen Schaffens inklusive der Klassiker „Suzanne“, „Hallelujah“, „Bird On The Wire“, „So Long, Marianne“ und natürlich „First We Take Manhatten“. Die Ansagen erscheinen vielmehr als rezitierte Gedichte denn als eine Kommunikation mit dem Publikum, das dennoch andächtig jedes Wort aufsaugt. Cohens tiefe und hörbar reife Stimme ist ein Genuss – stimmlich sehr charismatisch, wenn auch altersbedingt nicht immer sauber intoniert. Seine gewohnte Energie ist allemal vorhanden.