Lyambiko: „Muse“ – die Jazzsängerin lässt sich von Zeitgenossinnen inspirieren

VERÖFFENTLICHUNG» 30.01.2015
BEWERTUNG» 7 / 9
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Sie gehört zum Besten, was Deutschland in Sachen Jazz zu bieten hat – die Sängerin Lyambiko, die seit 14 Jahren mit ihrer gleichnamigen Band unterwegs ist,  sowohl mit Jazz-Standards, als auch mit Eigenkompositionen begeistert und immer neue Ansatzpunkte für   interessanten Neuinterpretationen findet. So wurde ihr aktuelles Album „Muse“ von den Songs zeitgenössischer Künstlerinnen inspiriert.

Dabei reicht der Bogen von „I Went To Heaven“, Julia Hülsmanns lyrische Vertonung eines Gedichtes von Emily Dickinson, über Ann Ronells melancholisches „Willow Weep For Me“ bis zu Joni Mitchels Version von „Goodbye Pork Pie Hat“. Sogar Stevie Nicks großartige Ballade „Landslide“ bekommt ein elegantes Jazz-Gewand verpasst, das dem Song erstaunlich gut steht – sieht man einmal vom allzu ausgedehnten Piano-Solo ab.

Mit „Besame Mucho“ oder „Can´t We Be Friends“ finden sich ein paar echte Klassiker auf dem Album, daneben aber auch unbekanntere Titel wie etwa „Looking For Love“ der Jazz-Pianistin Aki Takase, dessen japanischer Text und akzentuierte Melodieführung Lyambiko sängerisch einiges abverlangen. „Horacio“ zollt Jutta Hipp Tribut, einer der ersten Frauen in der europäischen Jazz-Szene und das schwungvolle „On & On“ stammt aus der Feder der amerikanischen Songwriterin Erykah Badu.

Aus all diesen Songs formt Lyambiko auf „Muse“ ihre eigene Geschichte, eingeleitet vom eigens von Fumi Udo geschriebenen Titelsong, ergänzt um die fröhliche Eigenkomposition „Spring“ und gewohnt professionell begleitet  von ihrer diesmal wieder auf die Stammbesetzung reduzierten Band.