Modern Day Babylon verführen mit „The Ocean Atlas“ erneut

VERÖFFENTLICHUNG» 31.08.2015
BEWERTUNG» 7 / 9
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Was war „Travelers“ für eine gute und kreative Platte, die den Namen Djent fast nicht verdient hätte. Endlich eine Instrumental-Platte mit Gefühlserguss für mehr! Die Riffs waren vertrackt und gleichzeitig dank der Einfindungsgabe absolut zugänglich. Elektronische Einflüsse waren zu hören. Harmonien und Beats animierten zum Dauergrinsen. Ich freue mich immer, wenn Tomáš Raclavský mit seiner Band Modern Day Babylon etwas Neues veröffentlicht. Der junge und charismatische Gitarrist schafft es immer wieder, mit seinem modernen Metal-Sound zu überzeugen.

Genug der Lobeshymnen! Kommen wir direkt zum neuen Werk „The Ocean Atlas“. Diesmal schickt uns Raclavský auf eine Reise aus Altbekanntem und Neuem, denn auf dieser EP geht’s um Sinnesempfindungen. Wer auf Wellen im Ohr mit metallischem Sound steht, wird das neue Werk von Modern Day Babylon lieben. Mal leise, aber vor allem laut, kommt jeder auf seine Kosten, der dem Djent offen gegenübersteht. Jeder, der den Song „Waterdrops“ hört, sollte einfach die Augen schließen und sich begeistern lassen. Der Songaufbau wirkt von elementaren Teilen zu einem ganzen Puzzle zusammengesetzt. Der Einbau von mehr Post-Rock-Elementen breitet die Songs noch mehr aus. Dabei fallen viele Schritte, die die Songs ausmachen, erst nach mehrerem Hören auf, obwohl sie alles andere als kopflastig sind. Besonders das Solo-Riff, welches im jedem Song vorkommt, verdient für seine kurze und dennoch einschneidende Wirkung einen besonderen Applaus. Keine Überladung in den Songs schafft einfach das perfekte Kopfkino. Eine Instrumental-Band mit Atmosphären-Gefühl! Besonders gefällt „Illusions“. Das groovige Riff begleitet uns im kompletten Track, ohne dass wir es direkt merken. Das ist die Kunst von Tomáš Raclavský. Wir verfallen dem Hörfluss.

Manche Prog-Metal-Fans haben Probleme, sich mit den ständigen schnellen Taktwechseln auseinanderzusetzen. Darum wiederhole ich mich noch mal: Sowas ist hier Fehlanzeige. Kreativität vor dem Standard des Genres, ein emotionales Klangbrett der harten Sorte, ohne Gesang. Cinematismus für die Trommelfelle klingt doch vielversprechend, oder?