Neuer traumhafter Songwriterfolkpop von Mrs. Greenbird mit „Postcards“

VERÖFFENTLICHUNG» 07.11.2014
BEWERTUNG» 8 / 9
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Sie begannen in Kölner Clubs als „Goldkehlchen und der Mann mit Hut“, benannten sich für ihre ersten größeren Bühnenauftritte in Mrs. Greenbird um und kamen dann durch Zufall in eine Casting-Show und zu ihrem ersten Plattenvertrag. Ihr selbstbetiteltes Debüt  eroberte die Charts und machte sie deutschlandweit bekannt. Aber es war schnell klar, dass sich Sarah Nücken und Steffen Brückner vom plötzlichen Erfolg nicht haben verbiegen lassen, sondern sich treu geblieben sind.

Das beweisen die beiden nun auch mit ihrem zweiten Album „Postcards„, das genau das bietet, was man von Mrs. Greenbird erwartet – lockeren Songwriterfolk mit viel Gitarre und tollem Harmoniegesang. Im Gegensatz zum Debüt sind diesmal keine Coversongs dabei sondern nur Eigenkompositionen, und es gibt einen Hauch mehr Country – was vielleicht daran liegt, dass das Album von Marshall Altmann in Nashville produziert wurde.

Etwas düster und melancholisch beginnt der Opener „Dark Horses“, wobei Sarahs Stimme aber die nötigen Glanzpunkte setzt. Es folgt das schwungvolle „Everyone´s The Same“ mit seiner zwar  nicht neuen, aber doch immer wieder wichtigen Aussage, und das verspielte und optimistische „Shine Shine Shine“. Der Titelsong „Postcards“ lädt zum Träumen ein und „Hole in the Heart“ ist eine zauberhafte Medizin gegen Liebeskummer. Und mit „Good Ole Ricky“ liefern die beiden einen richtigen Countrysong, der einen wunderbare Geschichte von einem Eichhörnchen erzählt und bei dem ausnahmsweise mal Steffen die Hauptstimme singen darf.

Mrs. Greenbird schaffen es einfach immer wieder, einem beim Zuhören ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Und das liegt nicht nur an der einfach schönen Musik, sondern auch daran, dass die Inhalte passen. So ermutigt  etwa „Lucky One“ dazu, die Hoffnung nie aufzugeben, und „Slow Me Down“ ist ein dringender Aufruf zur Entschleunigung in unserer sich immer schneller drehenden Welt. Zwischendurch darf es aber auch einfach hoffnungslos romantisch zugehen wie in „Planets“ oder im ruhigen Schlusstitel „Take My Hand“.

„Postcards“ hätte gut zu den letzten goldenen Oktoberspaziergängen gepasst, aber das Album lässt sich auch prima vor dem Kamin oder eingekuschelt auf dem Sofa genießen. Mrs. Greenbird haben mit ihrem Zweitling jedenfalls alles richtig gemacht!