Natalie Imbruglia interpretiert ein Dutzend männliche Songwriter

VERÖFFENTLICHUNG» 21.08.2015
BEWERTUNG» 7 / 9
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Achtzehn Jahre ist es jetzt schon her, dass Natalie Imbruglia mit „Torn“ einen Welthit landete. Wie bei den weltweit bekannten australischen Solokünstlern Jason Donovan und Kylie Minogue begann auch Natalies Erfolgsgeschichte in der Fernsehserie „Neighbours“. Den musikalischen Startpunkt setzte besagte Single, die das Debütalbum „Left Of The Middle“ zum Megaseller machte.

Für ihr neues Album „Male“ fand die Sängerin Anregungen bei von ihr besonders geschätzten Songwritern unterschiedlicher Perioden. Es handelt sich um eine fantasievolle Zusammenstellung von Adult-Pop-Titeln, die unter anderem von Cat Stevens („The Wind“), Tom Petty („The Waiting“), Neil Young („Only Love Can Break Your Heart“), Damien Rice („Cannonball“), Pete Townsend („Let My Love Open the Door“) und Iron & Wine („Naked As We Came“) stammen.

Natalie singt mit ausdrucksstarker Stimme und legt ihre ganze Weiblichkeit in Songs, die von Männern geschrieben und interpretiert wurden. Das funktioniert hervorragend! Und ganz bewusst hat sie nicht die Gassenhauer heraus gesucht, sondern feine Perlen, die nicht alltäglich im Radio laufen.

„Ich fühlte mich durch Songs von Männern angesprochen, wollte sie aber aus einer weiblichen Perspektive interpretieren“, erläutert sie ihr Konzept. „Auch sollte die Stimme im Vordergrund stehen, und das Ganze sollte organisch mit richtigen Musikern und geringem Aufwand über die Bühne gehen. Vor allem aber lag mir an einem emotionalen Bezug zu allen anderen Titeln.“

Die Titel sind allesamt akustisch gehalten und leben von einer verspielten Gitarrenbegleitung. Das funktioniert ganz reduziert wie mit „Only Love Can Break Your Heart“ aber auch bei dem vielseitigen „Friday I’m In Love“ von The Cure. Letzteres erhält eine Country-Attiitüde mit zündender Rhythmus-Idee und soll mal mein Anspieltipp für euch sein.

Insgesamt zaubert Natalie eine sehr entspannte Stimmung und zeigt erneut, dass sie zur Speerspitze weiblicher Popmusik gehört – gerade mit den ausgewählten männlichen Titeln. Ihr letztes Studioalbum mit eigenen Titeln hat inzwischen sechs Jahre auf dem Buckel. Schade, dass ihre Schauspieltätigkeit so wenig Zeit fürs Songwriting übrig lässt. Aber so geht’s ja auch. Vielleicht erscheint demnächst ein „Female“-Album?