Opeth veröffentlichen „Deliverance & Damnation“ so, wie es immer hätte sein sollen

VERÖFFENTLICHUNG» 30.10.2015
BEWERTUNG» 9 / 9
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Die Progressive Rock / Death Metaller Opeth schreiben schon seit Jahrzehnten mit ihren Alben Musikgeschichte. Die Suche nach der Beschreibung des Musikstils zeigt das Dilemma, in dem sich der geneigte Rezensent befindet. Ist das Progressive Rock, was die Band um Mastermind Mikael Åkerfeldt da bietet, oder doch Death Metal in Reinkultur? Instrumental und gesanglich ist das bei den früheren Alben kaum festzumachen: Da wechseln ruhige, melancholische, manchmal gar jazzige Klänge, in denen Åkerfeldt seine sehr sanfte und warme Gesangsstimme einbringt, mit regelrechten Brachial-Passagen ab, die aus jeder Ballade in Sekundenbruchteilen eine Death-Metal-Hymne ersten Ranges machen. Und gerade der Dialog dieser Kontraste macht Opeth aus – auf ihren Studioalben und immer wieder auch live. Für das heimische Kuscheln sind die Longplayer damit nur bedingt zu empfehlen. Zumindest, wenn man nicht nach dem abrupt abgebrochenen Schmusesong von einem hysterischen Anfall der Liebsten überrascht werden will.

Auch heute noch braucht es unterschiedliche Blickwinkel auf die Musik der Band. Das (noch) aktuelle Album „Pale Communion“ bietet Retro-Prog im Stil der 70er Jahre. Live hingegen ist man momentan auf „25th Anniversary Tour“ und bietet das Album „Ghost Reveries“ am Stück – will heißen: Mikael packt die Growls wieder aus!

Der aktuelle Release im Hardcover-Buch-Format führt ebenfalls in die Vergangenheit: Nach vier Alben in fünf Jahren, die die Band eher in Insiderkreisen bekannt gemacht hatten, kam es Anfang des Jahrtausends zur folgenschweren Begegnung mit Porcupine Trees Steven Wilson, der das Potential der Gruppe erkannte und gleich drei Alben mit ihnen produzierte. Der große Erfolg gab der Zusammenarbeit recht, wenn auch die als Doppelalbum konzipierten „Deliverance“ (2002) und „Damnation“ (2003) mit der Idee des Stilmixes brachen und ersteres fast nur harten Black Metal bot, während letzteres die ruhigen, meist instrumentalen Passagen allein in sich vereinte.

Jetzt endlich wächst zusammen, was zusammen gehört, und das Doppelalbum „Deliverance & Damnation“ erscheint so, wie es ursprünglich gedacht war. „Music For Nations“ veröffentlicht die Alben als vollständiges Werk in einem hochwertigen 4-CD-Buchset mit neuem Stereomix und zusätzlichen 5.1 Mixen.

Mikael Åkerfeldt dazu: „Martin Mendez und ich freuen uns sehr auf den gemeinsamen Re-Release von Deliverance und Damnation. Der 5.1 Surround-Mix für Damnation wurde vor einer Weile von Steven Wilson, meinem Freund und Co-Produzenten der beiden Alben, angefertigt. Ich kann es kaum erwarten, dass er veröffentlicht wird, weil er einfach großartig ist! Nicht ganz so lange bin ich mit Bruce Soord befreundet, der einen fantastischen Remix für Deliverance gemacht hat. Er haucht dem Album buchstäblich neues Leben ein und hat mich dazu gebracht, das Album zu lieben. Endlich! Es war pure Spannung, als ich mir die einzelnen Tracks angehört und sie wiederentdeckt habe. Besonders beeindruckt bin ich vom Sound der Drums von Martin Lopez und gleichzeitig total baff, wie abgefahren und außergewöhnlich das Album ist. Ich frage mich wirklich, wie zur Hölle wir damals auf diese Songs gekommen sind. Und als Zugabe hat Travis Smith, unser alter Art Director, das Artwork aufgefrischt, sodass es auch noch grandios düster aussieht! Viel Spaß damit!“

Kompromisslosigkeit ist die Devise des Albums. Åkerfeldt und Co. wollten nie die Heroen der Metalszene sein. Ihr mystisch-düsteres Auftreten war vielmehr Mittel zum Zweck, um möglichst starke Kontraste zu erzeugen. Das wurde auch mit Alben wie „Blackwater Park“ und „Still Life“ deutlich. In diesen Kontrast haut „Deliverance & Damnation“ voll rein. Es macht großen Spaß, beide Alben neu zu entdecken. Und wenn man sie jetzt in dieser Kombi hört, wird klar, dass der Weg von Opeth nie in eine bestimmte Richtung vorgeschrieben war.

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2 Bewertungen
Deliverance & Damnation Remixed
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Letzte Aktualisierung am 5.12.2016 um 09:15 Uhr / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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