Queen: „Forever“ – eine Zusammenstellung voller Balladen mit drei halbwegs neuen Songs

VERÖFFENTLICHUNG» 07.11.2014
BEWERTUNG» 6 / 9
ARTIST»
LABEL» ,
Queen Forever bei Amazon bestellen

Das Kapitel Queen war nach dem Tod von Freddie Mercury noch nicht abgeschlossen. Es ging los mit posthumen Veröffentlichungen, für die der Meister noch seine Vocals zur Verfügung gestellt hatte. Dann das Comeback der Band mit Paul Rodgers – und zurzeit ist man mit Adam Lambert als Leadsänger unterwegs. Auch der Veröffentlichungsreigen reißt nicht ab. Allerdings geht man diesmal einen anderen Weg und haut kein weiteres Album mit neuem Sänger raus wie im Jahr 2008. Eigentlich schade, denn ich bin davon überzeugt, dass Lambert stimmlich sehr gut zu der Band passt, im Gegensatz zum AOR Rocker Rodgers.

Im Dezember 2013 verkündete Brian May, dass man im Archiv noch unveröffentlichte Aufnahmen von Mercury gefunden habe. Letztlich werden drei halbwegs unveröffentlichte Titel für das neue Album verwendet – es hat also bei weitem nicht für einen kompletten Release gereicht. Da es sich aber vor allem um Balladen handelt, wurde aus der Doppel-CD nicht ein weiteres Best-of-Album, sondern ein sehr ruhig gehaltenes Werk voller Lovesongs, das auch ungewöhnliche Titel enthält.

Die Band hat mit William Orbit als Produzenten zusammen gearbeitet, der unter anderem ein wunderschönes Duett zwischen Mercury und Michael Jackson zum Leben erweckte. „There Must Be More To Life Than This“ macht sich gut im Kanon der Queen-Songs. „Let Me In Your Heart Again“ entstand während den Sessions zum „The Works“ Album und passt ebenso zum Balladen-Thema wie die ausgedehnte pianolastige Version von „Love Kills“, einem Song, der ursprünglich Giorgio Moroder’s Metropolis Soundtrack entstammt.

Das war’s dann auch schon an neuen Titeln. Nicht sensationell, aber gut produziert und durchaus spannend. Der Rest sind remasterte Versionen ruhiger Queen-Stücke. Zum Teil in der Auswahl ungewöhnlich mit einigen älteren Perlen. Aber es sind auch Greatest-Hits-Kandidaten wie „Love Of My Life“, „Who Wants To Live Forever“, „Somebody To Love“ und „Friends Will Be Friends“ mit dabei.

Die Zusammenstellung ist spannend (Freunde von Pathos und emotionaler Tiefe kommen voll auf ihre Kosten), bietet aber nichts wirklich Neues. Jeder eingefleischte Fan könnte sich diese Tracklist auch selbst basteln. Ob es sich lohnt, für die drei „neuen“ Songs (die dann doch so neu gar nicht sind) das Album zu kaufen, ist dann mal wieder die Frage.