Emorock ist tot, es lebe Rowan Oak! „It’s Hard To See You Clearly“

VERÖFFENTLICHUNG» 30.01.2015
BEWERTUNG» 7 / 9
ARTIST»
LABEL»
Rowan Oak It

Für viele Jahre war jedes Genre, in der das Wort „Emo“ nur erwähnt wurde, in Verruf geraten und personifiziert worden mit unsicheren 14-jährigen Teenagern mit einer Frisur aus einem Farbtopf, die an Bahnhofsvorplätzen rumhingen und sich in ihrem Selbstmitleid suhlten, wie grausam und traurig ihr Leben doch sei und. Nicht zuletzt haben Bands wie die Chemische Romanze diesen Trend unterstützt und wurden von ihrer Anhängerschar zu einer Ikone ihres Lebensstils heraufbeschworen. Die Frage ist nur: Ist das schon immer so gewesen? Sollten Bands wie Jimmy Eat World oder Taking Back Sunday mit so einer Gruppe auf ein Level herabgestuft werden? Mit Nichten!

Zum Glück besinnen sich Rowan Oak auf die alten Wurzeln dieses großartigen Genres zurück. Der Vierer aus Münster präsentiert auf ihrer neuen EP „It’s Hard To See You Clearly“ drei wunderbare Songs, die diesem Trend den gestreckten Mittelfinger direkt ins Gesicht zeigen.

Die Melodien von Jeff Bridges sind eingängig, die Stimme von Sänger Flo rotzt einem rohe Brocken der Leidenschaft um die Ohren. Absolut tanzbar, absolut Rowan Oak (mit ein wenig Hot Water Music). Als Pendant zum Opener, beginnt Fail/Safe wesentlich ruhiger und entlädt sich Stück für Stück. To You ist entpuppt sich als tadellose Mitgröl-Hymne, bei der du wunderbar mit deinem besten Kumpel das ein oder andere Bier auf ex runterzischen kannst.

Am Ende überrascht aber die Tatsache am meisten, dass die Texte auf Anhieb mitgesungen werden. Die Band geht einfach gut ins Ohr und wurde nicht zum letzten Mal bemustert. Chapeau!